Kostenfalle Telefonshop: Harburg bei Beschwerden besonders betroffen

Harburg – Eigentlich geht es um Hilfe mit dem Handy oder einen neuen Tarif. Doch manche Kunden verlassen einen Telefonshop mit Verträgen, die sie gar nicht abschließen wollten. Solche Fälle beschäftigen die Verbraucherzentrale Hamburg regelmäßig. In ihren Quartiersberatungen fallen besonders Harburg und Bergedorf auf. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Gudrun Schittek hervor.
Im ersten Halbjahr 2026 erfasste die Verbraucherzentrale hamburgweit 1.807 Beschwerden im Bereich Telekommunikation und Digitales. Davon betrafen 889 Probleme bei der Vertragsanbahnung oder beim Abschluss. In 712 Fällen ging es um sogenannte untergeschobene Verträge. Gut 30 Prozent dieser Fälle entfielen auf Telefonshops und Verkaufsstände, beispielsweise in Kaufhäusern. Den zuständigen Behörden selbst lagen dagegen keine Beschwerden zu Telefonshops vor.
Mehrere Verträge statt eines einzigen
Die Verbraucherzentrale schildert Fälle, in denen Kunden mehrere Verträge unterschrieben, obwohl im Verkaufsgespräch nur von einem die Rede gewesen war. Besonders betroffen waren ältere Menschen und Zugewanderte mit geringen Deutsch- oder Rechtskenntnissen. Vorgeschriebene Vertragszusammenfassungen seien vor dem Abschluss nicht vorgelegt, Vertragsunterlagen oder SIM-Karten anschließend nur unvollständig ausgehändigt worden.
Eine weitere Konstellation betrifft den Kauf eines Smartphones auf Raten: Kunden wurde erklärt, sie müssten zusätzlich einen Mobilfunkvertrag abschließen, um das Gerät günstiger zu bekommen. Scheiterte der Kauf anschließend etwa an der Bonitätsprüfung, blieb nach den geschilderten Fällen dennoch die Bindung an einen zweijährigen Mobilfunkvertrag bestehen.
Kostenlose Beratung auch im Quartier
In den Quartierssprechstunden machte der Bereich Telekommunikation und Digitales etwa ein Drittel aller Beschwerden aus und bildete damit den größten Themenblock. Davon entfielen 35 Prozent auf untergeschobene Verträge. Überteuerte, überdimensionierte oder unbemerkt abgeschlossene Mobilfunkverträge waren dort im Wesentlichen ein Problem des Vertriebs in Telefonshops.
Die Verbraucherzentrale bietet in den Quartieren kostenlose Beratung und Unterstützung bei der rechtlichen Klärung an. Zum Angebot gehören Standorte in Harburg und Neuwiedenthal. Teilweise ist Beratung in mehreren Sprachen oder mit Unterstützung von Sprachmittlern möglich. Ergänzend sollen Vorträge, Informationsmaterialien und Veranstaltungen für junge Erwachsene, Senioren und Menschen mit geringen Deutschkenntnissen über Vertragsfallen aufklären.
2 Kommentare
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Wenn Betrug das neue normal ist, ist es kein Wunder, wenn es mit dem „Wachstum“ nicht mehr klappt. Das läuft ja auch international so. Nur noch Justiz, Polizei und Militär „wachsen“. Produziert wird überflüssiger Sch.., sowie AI und Krypto-Währungen. Also Energieverschwendung. So wird Umweltzerstörung in Profite „umgerubelt“.
Zu dem Thema kann ich was sagen. Nicht die Shops sind die Hanaken, sondern die Netzbetreiber. Die machen den Shops unmögliche Vorgaben, was Vertragsabschlüsse angeht. Auf ehrliche Weise nicht zu erfüllen. Sogar die Servicetechniker werden mit sowas drangsaliert. Ich musste mal unterschreiben, dass ich auch nach meinem Ausscheiden keine Interna ausplaudere, von daher muss das reichen. Aber nochmal: Die Verantwortlichen sitzen in den oberen Etagen!