Bezirk Harburg

Neugraben-Fischbek kämpft für Bildungsgerechtigkeit: So soll das gelingen

Neugraben-Fischbek – Mit einer Podiumsdiskussion in der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg beteiligte sich die SPD Neugraben-Fischbek am 24. Juni an der Themenwoche Bildungsgerechtigkeit der SPD Hamburg. Im Mittelpunkt stand das Startchancen-Programm – eines der bislang größten und langfristigsten Bildungsprogramme in der Geschichte der Bundesrepublik.

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Dr. Martina Diedrich vom CHANCEN-Verbund stellte das Programm vor und diskutierte anschließend mit Dr. Andreas Busen, Politikwissenschaftler an der Universität Hamburg, sowie Fuat Yavas, Teamleiter der Jugendberufsagentur Harburg.

20 Milliarden Euro für die benachteiligsten Schulen Deutschlands

Das Startchancen-Programm umfasst über zehn Jahre insgesamt 20 Milliarden Euro und richtet sich gezielt an die 4.000 Schulen in Deutschland, die am stärksten von struktureller Benachteiligung betroffen sind. Ziel ist es, den in Deutschland besonders ausgeprägten Zusammenhang zwischen familiärer Herkunft und Bildungserfolg zu durchbrechen.

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„Das Programm zielt auf die Reduzierung des Anteils der Kinder und Jugendlichen, die grundlegende Standards in Deutsch und Mathematik nicht erreichen, aber es begreift Bildung in einem viel weiteren Sinne: Heranwachsende sollen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, ihren überfachlichen Kompetenzen, ihrer beruflichen Orientierung und nicht zuletzt in ihrer demokratischen Teilhabefähigkeit besonders gefördert werden“, erläuterte Diedrich.

Andreas Busen betonte die Bedeutung des Lernorts Schule über den reinen Fachbezug hinaus: „Das Programm bietet Chancen und Möglichkeiten, das Demokratielernen in Schulen zu stärken und so zu einem besseren Zusammenhalt in unserer Gesellschaft durch mehr Bildungsgerechtigkeit beizutragen.“

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Komplexere Problemlagen fordern Schulen und Lehrkräfte heraus

Fuat Yavas schilderte die Realität aus seiner täglichen Arbeit mit Jugendlichen im Übergang von Schule in Beruf und Studium: „Schülerinnen und Schüler bringen deutlich mehr und komplexere Problemlagen mit in die Schulen und somit auch komplexere Herausforderungen für die Lehrenden. Es ist in den vergangenen Jahren deutlich herausfordernder geworden.“

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels sei ein bloßes Mehr vom Gleichen keine tragfähige Antwort. Das Startchancen-Programm biete die Möglichkeit, langfristige Lösungen zu entwickeln – nicht nur für die 4.000 direkt geförderten Schulen, sondern durch die Einbeziehung von Kultusministerien, Schulaufsichten und Landesinstituten auch mit Wirkung auf das gesamte Bildungssystem.

Dr. Martina Diedrich leitet das Governance-Zentrum im CHANCEN-Verbund, der wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms. Rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 Forschungsinstitutionen unterstützen dabei die Umsetzung des Programms als lernendes System. Weitere Informationen unter www.chancenverbund.de.

Redaktion

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