Harburg kämpft gegen Diabetes: Bezirksversammlung beschließt Aktionstag-Prüfung
Harburg – Die Bezirksversammlung Harburg setzt ein Zeichen für die Gesundheitsvorsorge: In ihrer Sitzung am 2. Juni 2026 hat sie einen Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, der die Prüfung eines Diabetes-Aktionstages im Bezirk auf den Weg bringt.
Die Verwaltung soll nun gemeinsam mit dem Verein Diabetes Hilfe Nord, den Diabetes-Schwerpunktpraxen im Bezirk sowie weiteren Partnern wie Krankenkassen und lokalen Vernetzungsstellen ausloten, ob und wie ein solcher Aktionstag realisiert werden kann – geplant ist er für November 2026 oder einen späteren Zeitpunkt. Als naheliegender Anknüpfungspunkt bietet sich der Weltdiabetestag am 14. November an, der seit 1991 jährlich begangen wird und an die Entdeckung des Insulins erinnert.
Steigende Zahlen, zu späte Diagnosen
Der Hintergrund des Antrags ist ernst: Experten rechnen damit, dass in Deutschland bis 2040 bis zu zwölf Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sein könnten. Auch in Harburg nimmt die Zahl der Betroffenen zu – und viele Erkrankungen werden erst entdeckt, wenn bereits gesundheitliche Folgeschäden entstanden sind. Dabei könnte eine frühzeitige Diagnose schwere Komplikationen in vielen Fällen verhindern oder zumindest verzögern.
SPD-Bezirksabgeordnete Eftichia Olowson-Saviolaki macht den Handlungsbedarf deutlich: Aufklärung, Prävention und Früherkennung müssten spürbar gestärkt werden. Ein Aktionstag könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten – besonders dann, wenn er mit einer bereits bestehenden Veranstaltung kombiniert werde, etwa einem verkaufsoffenen Sonntag, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Gesundheitskompetenz als politisches Ziel
Mit dem Beschluss positioniert sich die Bezirksversammlung klar: Gesundheitsvorsorge ist kein Randthema, sondern ein kommunalpolitisches Anliegen. Die SPD-Fraktion kündigte an, sich weiterhin für den Ausbau von Präventionsangeboten und eine stärkere gesundheitliche Versorgung im Bezirk einzusetzen.


