Politik

Harburg dürstet: Nur 6 Trinkwasserspender für 180.000 Menschen

Harburg – Wenn die Temperaturen klettern, wird in Harburg eine bittere Wahrheit spürbar: Wer durstig ist, hat kaum eine Chance, kostenlos an frisches Trinkwasser zu kommen. Gerade einmal sechs öffentliche Trinkwasserspender stehen im gesamten Bezirk zur Verfügung – dieselbe magere Zahl wie im Vorjahr. Das geht aus der Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage (Drs. 23/4293) des Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll hervor. Rechnerisch teilen sich damit rund 30.000 Harburgerinnen und Harburger jeden einzelnen dieser Spender – Tagesgäste und Menschen aus dem Umland nicht einmal mitgezählt.

Rot-Grün ohne Geld für Trinkwasser – aber Hunderte Millionen für den Elbtower

Für Trepoll, der auch den CDU-Kreisverband Harburg führt, ist der Befund gleichermaßen ernüchternd wie bezeichnend. Sechs Trinkwasserspender für 180.000 Menschen seien der buchstäbliche Tropfen auf den heißen Stein – und das nach elf Jahren durchgehender Regierungsbeteiligung der Grünen in Hamburg. Besonders der angeführte Grund für den Stillstand sorgt beim Abgeordneten aus Süderelbe für Verärgerung: Eine Prüfung der Umweltbehörde habe ergeben, dass für weitere Trinkwasserspender „aus Haushaltsmitteln derzeit keine Spielräume“ bestünden. Trepoll hält dem entgegen, dass der rot-grüne Senat gleichzeitig fast 600 Millionen Euro für die Fertigstellung des Elbtowers aufwende – obwohl zuvor ausdrücklich versprochen worden war, dass dafür kein Steuergeld fließe.

Auch bei öffentlichen Toiletten: Seit der Bürgerschaftswahl kein Fortschritt

Nicht besser sieht es bei den öffentlichen Toilettenanlagen aus. Seit der Bürgerschaftswahl im März 2025 hat sich auch hier bezirksweit nichts verändert: Trotz erkennbarer Engpässe an Standorten mit hohem Publikumsverkehr bleibt es bei sieben öffentlichen WC im gesamten Bezirk Harburg. Trepoll kritisiert, dass gerade ältere Menschen und Familien mit Kindern dadurch bei Ausflügen und Unternehmungen in Harburg zunehmend unter Druck gerieten. Die CDU fordert daher ein flächendeckendes Netz an gut erreichbaren Trinkwasserentnahmestellen südlich der Elbe sowie eine spürbare Verbesserung der sanitären Infrastruktur.

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2 Kommentare

  1. Beim Elbtower tut sich m.E .gar nichts.Das rumstehen der Baumaschinen muss jedenfalls rechnerisch auch Kosten verursachen. Wer trägt die eigentlich?
    Da das Geld jetzt in Rüstung und Industrie fliesst, müssen die Bürger sich eben Wasser mitnehmen, wenn sie bei Hitze raus wollen oder müssen.
    Man kann das mit dem „Nanny-Staat“ auch übertreiben.
    Da kommen auf die ärmeren Leute ganz andere Kürzungen zu, damit die Reichen weiter reicher werden können und nicht abwandern. Kapital, das scheue Reh!

  2. Um mal zur Klärung der Sachlage beizutragen: In welcher CDU- geführten deutschen Großstadt hat eben jene CDU das Verhältnis von Trinkbrunnen zu Einwohnern in den letzten 10 Jahren signifikant verbessert? Vielleicht kann Herr Trepoll sich ja dazu äußern.Viele meiner Bekannten haben immer eine Wasserflasche im Rucksäckchen dabei, Familien mit Kindern sowieso. Die gegenwärtigen Temperaturen spülen das Thema in den Fokus, schon klar, dass Herr Trepoll versucht, sein populistisches Süppchen damit zu würzen.Ich stelle die Dringlichkeit nicht infrage und die, die am meisten darunter leiden, sind die Wohnungslosen- die Herr Trepoll geflissentlich nicht erwähnt. Was er auch nicht erwähnt ist, dass wir es mit einem massiven Klimaproblem zu tun haben… aber wehe, es fallen Parkplätze weg, um die Flächen zu begrünen, damit die Stadt vielleicht etwas kühler wird, dann ist er aber bei drei ganz oben auf der Palme.

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