Politik

Alarmierende Kriminalitätszahlen: Warum lässt der Senat unseren Bezirk Harburg so im Stich?

Harburg – Neben wirtschaftlicher Entwicklung und sozial-kulturellen Angeboten sind Sicherheit und Ordnung maßgeblich für das Lebensgefühl und das Wohlergehen von Menschen. Umso betrüblicher sind die Kriminalitätszahlen für das erste Halbjahr des laufenden Jahres, die kürzlich für alle Bezirke vorgelegt wurden. Demnach sank die Zahl der zwischen Januar und Juni registrierten Straftaten zwar in fast allen Bezirken zwischen 3,2 Prozent in Hamburg-Mitte und 14,2 Prozent in Altona. Stadtweit wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 103.000 Straftaten erfasst. Dies entspricht für Hamburg insgesamt einem Rückgang um 5,9 Prozent. Die einzige Ausnahme dieser ansonsten erfreulichen Entwicklung ist der Bezirk Harburg. Südlich der Elbe stagnierte die Kriminalitätsentwicklung und verblieb damit auf anhaltend hohem Niveau.

Für den Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll fügt sich dieser Umstand in eine längere Entwicklung. Sicherheit und Ordnung stehen in Harburg seit Jahren unter wachsendem Druck. Die Schüsse an der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado im vergangenen Monat haben dies erneut schonungslos gezeigt. Die wiederkehrenden Großeinsätze im Phoenix-Viertel oder das Einbruchsgeschehen an der Grenze zu Niedersachsen belegen dies bereits seit Jahren. Doch statt dieser ungeschminkten Wahrheit ins Gesicht zu sehen und entschlossen dagegen anzuarbeiten, ergeht sich der Innensenator in symbolischem Schulterklopfen für die Entwicklung nördlich der Elbe. Vor diesem Hintergrund ist der Sprung über die Elbe für die Harburger und Harburgerinnen sicherheitspolitisch längst zum Sprung in die Elbe geworden.

Unbesetzte Stellen bei der Polizei: Das gefährliche Sparen am falschen Ende muss aufhören!

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung bleibt aus Trepolls Sicht die Ausstattung der beiden Harburger Polizeikommissariate. Von Bagatellvergehen bis schwersten Straftaten wurden die in Harburg eingesetzten Beamten 2025 zu insgesamt fast 22.000 Einsätzen gerufen. Das PK 46 verzeichnete dabei 14.674 Einsätze und das PK 47 kam auf 7.222 Einsätze, wie der Abgeordnete aus Süderelbe bereits Anfang März mit einer Anfrage an den Senat herausgefunden hatte.

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An Arbeit mangelt es den Polizisten bei uns in Harburg beileibe nicht. Umso ärgerlicher ist laut Trepoll, dass an beiden Harburger Polizeikommissariaten seit Jahren dutzende Dienstposten unbesetzt bleiben müssen, weil der rot-grüne Senat zu wenig Mittel bereitstellt. Dieses Sparen am falschen Ende muss endlich ein Ende haben. Das ist man sowohl den Beamten als auch den Opfern von Straftaten schuldig. Die aktuellen Halbjahreszahlen verdeutlichen dies erneut.

Redaktion

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Ein Kommentar

  1. Dem Normalbürger steht zwar nur die polizeiliche Kriminalstatistik bis 2025 zur Verfügung, aber man sieht deutlich, dass Neugraben-Fischbek in auffällig vielen Deliktgruppen den Spitzenreiter im Bezirk Harburg stellt. Vielleicht korreliert das Kriminalitätsgeschehen doch eher mit emotionaler und sozialer Verwahrlosung als mit der Zahl der Polizisten. Die zu steigern würde eher etwas an der Aufklärungsquote ändern als die Prävention zu verbessern… und ob sich nun ein oder zwei Polizisten ratlos am Kopf kratzen, ist vom Ergebnis her auch egal.

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