Mietwucher-Skandal in Hamburg: 1.700 Anzeigen verstauben unbearbeitet im Amt!
Hamburg – Das ist ein handfester Schlag ins Gesicht für Tausende Mieter in der Hansestadt. Seit November 2024 sind bei den Hamburger Bezirken sage und schreibe 1.700 Meldungen wegen des Verdachts auf Mietwucher eingegangen – doch bearbeitet wurde davon bis heute kein einziger Fall! Während die Betroffenen weiterhin völlig überhöhte Mieten zahlen müssen, herrscht in den Amtsstuben gähnende Leere und bürokratischer Stillstand.
Mickerige Stellenbesetzung lässt die Mietmafia jubeln
Seit dem 1. Juli 2026 liegen diese liegengebliebenen Aktenberge nun bei einer neu eingerichteten Taskforce mit dem Namen „Sachgebiet Mietpreisüberhöhung“. Doch von den ohnehin spärlich geplanten sechs Stellen sind derzeit gerade einmal 4,5 besetzt. Für Heike Sudmann, die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, ist das ein unhaltbarer Zustand. Sie warnt davor, dass eine Vollzeitkraft nun rund 370 hochkomplexe Fälle abarbeiten muss, was Monate oder sogar Jahre dauern dürfte. Ursprünglich hatte der Senat sogar 12,5 Stellen für nur vier Bezirke versprochen. Dass nun sechs Stellen für ganz Hamburg reichen müssen, nennt Sudmann ein unverantwortliches Signal, bei dem die Mietmafia beruhigt weitermachen kann.
Chronik des Versagens: Versprechungen statt Taten
Die Geschichte der Taskforce liest sich wie ein einziges bürokratisches Trauerspiel. Bereits im April 2025 versprach die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen eine Aufstockung auf 12,5 Stellen. Bis November 2025 schwoll die Zahl der Meldungen auf 1.313 an, ohne dass auch nur ein einziger Vermieter kontaktiert oder ein Verfahren eingeleitet wurde. Im Januar 2026 wurde das Personalversprechen dann klammheimlich auf mickrige sechs Stellen für die gesamte Stadt zusammengestrichen. Zum Start der Taskforce am 1. Juli 2026 waren davon nicht einmal alle besetzt. Zudem ist bis heute nicht entschieden, ob das dringend benötigte Gutachten zum Nachweis einer Wohnraum-Mangellage aktualisiert wird. Währenddessen werden Werbemaßnahmen zur Aufklärung der Bürger über den Mietenmelder nur geprüft – offenbar, um nicht noch mehr Arbeit anzuziehen.
Deine Spende macht den Unterschied: Damit wir weiterhin unabhängig, kritisch und nah dran an Hamburg und der Metropolregion berichten können.
Jeder Euro zählt – jetzt mit PayPal spenden!







Unschöner Vorgang, das. Für den einfachen Bürger stellt sich die Frage, was der Staat toleriert und was nicht. Mietwucher, Dumpinglöhne, Steuerschlupflöcher ja, aber wenn eine Kassiererin einen gefundenen Pfandbon über 1,30 € einlöst oder eine Reinigungskraft ein nach dem Meeting übriggebliebenes Brötchen isst, greift die volle Härte des Gesetzes (Arbeitsrecht) unter Inkaufnahme der Existenzvernichtung. Wer allerdings glaubt, dass die Rüpeltruppe von AfD es besser machen würde, hat sich geschnitten. Die verfolgt einen radikal marktliberalen Kurs.