Niemals vergessen: Stade setzt ein bewegendes Zeichen gegen das dunkelste Kapitel der Geschichte
Stade – Die Hansestadt Stade entwickelt ihre Erinnerungs- und Gedenkkultur weiter. Der Rat hat im Juni einstimmig ein Gesamtkonzept beschlossen, das das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus langfristig stärkt und zeitgemäß weiterentwickelt.
Mit dem Beschluss setzt die Hansestadt Stade einen verbindlichen Rahmen für ihre künftige Erinnerungs- und Gedenkkultur. Das Konzept wurde von einer eigens dafür eingesetzten Arbeitsgruppe erarbeitet, der Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft angehörten. Besonderer Dank gebührt dabei Robert Gahde, der sich federführend bei der Arbeit der Gruppe engagierte. Das Konzept konzentriert sich auf die Erinnerungs- und Gedenkkultur zum Nationalsozialismus und verfolgt das Ziel, das historische Bewusstsein sowie Demokratieverständnis und Zivilcourage nachhaltig zu stärken.
Ein klares Signal gegen das Vergessen
„Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist und bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Mit dem Gesamtkonzept schaffen wir eine verlässliche Grundlage, um das Gedenken in Stade zeitgemäß weiterzuentwickeln und zugleich die Bedeutung unserer eigenen Stadtgeschichte stärker sichtbar zu machen“, sagt Carsten Brokelmann, Stadtrat der Hansestadt Stade.
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Kern des Konzepts ist eine künftig jährlich stattfindende städtische Gedenkveranstaltung am 27. Januar, dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie soll jeweils mit unterschiedlichen Partnern und Themenschwerpunkten stattfinden. Die erste Veranstaltung ist für Dienstag, 27. Januar 2027, vorgesehen. Im Mittelpunkt sollen die Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Morde stehen – Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen.
Gedenkorte im digitalen Zeitalter sichtbar machen
Darüber hinaus sieht das Gesamtkonzept vor, bestehende Gedenk- und Erinnerungsorte stärker sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Geplant sind unter anderem zusätzliche Informations- und Erinnerungstafeln an historisch bedeutsamen Orten sowie eine digitale Übersichtskarte der Gedenkorte im Stadtgebiet.
Auch das Informationsangebot im Internet soll deutlich ausgebaut werden. Künftig werden Informationen zur Erinnerungs- und Gedenkkultur, zu Gedenkorten sowie zur Geschichte des Nationalsozialismus in Stade gebündelt bereitgestellt. Perspektivisch soll daraus eine umfangreiche digitale Quellen- und Materialsammlung entstehen, die auch Schulen und anderen Bildungseinrichtungen als niedrigschwelliges Angebot dienen kann.
Ein weiterer Baustein ist die Verstetigung der bisherigen Arbeitsgruppe Gedenken. Sie wird die Hansestadt Stade künftig dauerhaft bei Fragen der Erinnerungs- und Gedenkkultur begleiten, neue Impulse aufnehmen und die Vorbereitung der jährlichen Gedenkveranstaltungen fachlich unterstützen.
„Erinnerungskultur lebt vom Austausch und von der Beteiligung der Stadtgesellschaft. Deshalb setzen wir bewusst auf Kooperationen mit Schulen, Vereinen, Kirchen, Gedenkstätten und vielen weiteren Partnern. So schaffen wir eine Erinnerungskultur, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet und Orientierung für die Zukunft gibt“, so Brokelmann.






