Zuhause alt werden – DRK startet Modellprojekt für Senioren in Neuwiedenthal
Neuwiedenthal – Wer im Alter in der eigenen Wohnung bleiben möchte, braucht mehr als guten Willen: Er braucht ein verlässliches Netz aus Pflege, Beratung und Alltagsunterstützung, das genau dort greift, wo das Leben stattfindet. Genau das will das DRK Hamburg-Harburg mit seinem neuen Projekt „Wohnen bleiben im Quartier“ in Neuwiedenthal schaffen – einem von sechs Modellprojekten, mit denen die Stadt Hamburg und die Pflegekassen erproben, wie gute Unterstützung im eigenen Stadtteil gelingen kann.
Mitten im Quartier: Der Stadtteiltreff als zentraler Anlaufpunkt
Im Mittelpunkt des Projekts steht zunächst der DRK-Stadtteiltreff in der Rehrstieg-Galleria – zentral gelegen, gut erreichbar und bewusst niedrigschwellig gehalten. Hier erhalten ältere Menschen und ihre Angehörigen Beratung, hier wird individuell passende Hilfe koordiniert und organisiert. In Kürze eröffnet das DRK dort zusätzliche Räume eigens für das Projekt.
Das Besondere: Das DRK verknüpft seine pflegerischen und sozialen Angebote so, dass sie besser aufeinander abgestimmt und leichter erreichbar sind. Ambulante Pflege, Tagespflege, spezialisierte Wundversorgung, Hausnotruf, ein Lokales Gesundheitszentrum und ein Palliativ-Team gehören ebenso dazu wie die Stadtteileltern Neuwiedenthal und der Stadtteiltreff selbst. So entsteht ein Netzwerk, das nicht erst reagiert, wenn Pflege dringend wird, sondern frühzeitig unterstützt, entlastet und Teilhabe ermöglicht.
Ein Modell mit Signalwirkung für ganz Hamburg
„Mit ‚Wohnen bleiben im Quartier‘ bündeln wir diese Angebote und machen sie einfacher zugänglich, knüpfen so ein verlässliches Netz“, sagt Katharina Kellermeier vom DRK Hamburg-Harburg. „Das Modellprojekt soll zeigen, dass gute Pflege und gute Unterstützung dann am besten gelingen, wenn sie dort stattfinden, wo Menschen leben: im eigenen Stadtteil, im vertrauten Umfeld und im Miteinander mit der Nachbarschaft.“
Senatorin Melanie Schlotzhauer bringt es auf den Punkt: „Entscheidend ist, dass jemand da ist, der berät, begleitet und den Überblick behält – und dass niemand lange suchen muss, wenn Hilfe gebraucht wird.“
Das Vorhaben ist Teil der Senatsstrategie „Age-friendly City – für ein altersfreundliches Hamburg“, wird wissenschaftlich begleitet und bis 2029 ausgewertet. Finanziert wird es gemeinsam durch die Pflegekassen sowie den Stadtentwicklungsfonds „Lebendige Quartiere“ der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Weitere Standorte des Modellprojekts befinden sich in Hamburg-Mitte, Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Wandsbek und Bergedorf.
Wer mehr erfahren möchte: Das DRK-Team lädt zur Informationsveranstaltung ein – am Donnerstag, dem 28. Mai 2026, ab 15 Uhr im Striepensaal in Neuwiedenthal.
