Umwelt

Storchen-Boom im Landkreis Stade: Fast doppelt so viele Jungvögel wie im Vorjahr

Landkreis Stade – Die Weißstörche sorgen erneut für einen Rekord: 113 Nestpaare wurden 2026 im Kreisgebiet gezählt, 101 Paare brüteten erfolgreich und insgesamt 269 Jungstörche wurden flügge. Damit hat sich die Zahl des Nachwuchses im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Storchenbetreuer Gert Dahms und seine fünf ehrenamtlichen Unterstützer hatten entsprechend viel zu tun, um sämtliche Daten zusammenzutragen.

Die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre ist bemerkenswert. Im Jahr 2001 wurden im Landkreis Stade lediglich 14 Nestpaare registriert. Inzwischen sind es fast 100 mehr. „Fast 100 Nester mehr als in 2001, als man im Landkreis nur 14 Nestpaare zählte“, freut sich Naturschutzamtsleiter Dr. Andreas und spricht von einem großen Erfolg des Natur- und Artenschutzes.

Janette Hagedorn-Schüch

Kürzere Zugwege und bessere Bedingungen helfen den Störchen

Als einen wesentlichen Grund für die Zunahme sieht Gert Dahms die verkürzten Zugwege vieler Weißstörche. Während die Tiere traditionell Ende August in Richtung Afrika ziehen und erst im Frühjahr zurückkehren, überwintern inzwischen viele Störche bereits in Spanien. Dort finden sie ausreichend Nahrung und müssen dadurch deutlich kürzere Strecken zurücklegen.

Statt einer rund 10.000 Kilometer langen Reise bis nach Afrika beträgt der Zugweg für manche Tiere nur noch etwa 2.000 Kilometer. Dadurch erreichen sie den Landkreis Stade ausgeruhter und früher als früher. Einige Störche kehren bereits im Februar oder März zurück.

Nach Beobachtungen des Storchenbetreuers werden zudem manche Jungstörche früher geschlechtsreif. Statt erst mit vier Jahren beginnen einzelne Tiere bereits mit zwei Jahren zu brüten. Auch dieser Effekt trägt dazu bei, dass die Zahl der Brutpaare weiter wächst.

Entscheidend für den Bruterfolg bleibt jedoch das Nahrungsangebot. In den ersten Lebenswochen werden die Jungvögel vor allem mit Regenwürmern gefüttert. Später stehen Insekten, Frösche und insbesondere Mäuse auf dem Speiseplan.

„In diesem Jahr haben 101 der insgesamt 113 Storchenpaare erfolgreich gebrütet“, berichtet Dahms. „Insgesamt sind 269 Jungstörche flügge geworden.“

Der Vergleich mit dem vergangenen Jahr zeigt das Ausmaß des Zuwachses: 2025 hatten 79 Storchenpaare gebrütet. Damals wurden 140 Jungtiere gezählt – etwas mehr als die Hälfte des diesjährigen Nachwuchses.

Große Storchentrupps legen Rast im Landkreis ein

Ein weiteres auffälliges Phänomen sind größere Storchentrupps, die in den vergangenen Jahren zunehmend im Landkreis Stade beobachtet werden. Gruppen mit bis zu 50 Tieren ziehen auf ihrem Weg nach Süden durch die Region und legen regelmäßig Pausen ein.

Etwa alle 100 Kilometer suchen die Zugvögel geeignete Plätze, um Nahrung aufzunehmen und sich zu erholen. Am Abend sammeln sie sich häufig auf Strommasten, Hausdächern oder hohen Bäumen. Dort sind sie während der Nacht besser vor möglichen Fressfeinden geschützt.

Bei der Kontrolle solcher Schlafplätze konnte Gert Dahms auch mehrere beringte Störche identifizieren. Einige der Tiere stammten aus Schweden und Schleswig-Holstein. Damit zeigt sich zugleich, dass der Landkreis Stade nicht nur Brutgebiet, sondern auch wichtiger Rastplatz auf den Zugrouten der Weißstörche ist.

Aktuelle Zahlen, Informationen zu den einzelnen Niststandorten sowie Wissenswertes über die Lebensweise des Weißstorchs stellt der Landkreis Stade auf seiner Internetseite unter landkreis-stade.de bereit.

Redaktion

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