Bezirk Harburg

Schusswaffen-Schock am Schwarzenberg: Das reicht noch nicht für die Sicherheit unserer Kinder!

Hamburg-Harburg – Seit 1994 gibt es auf dem Schwarzenberg das Abrigado als Drogenhilfeeinrichtung. Während der Betrieb über den Großteil der Zeit mehr oder weniger geräuschlos lief, haben sich in jüngerer Zeit die Probleme dort gehäuft. Drogenkonsum außerhalb der Einrichtung im Schwarzenbergpark haben ebenso wie wildes Campen von Drogenabhängigen in der Grünanlage zu Störungen geführt. Seinen Höhepunkt nahm dies bei den beiden Vorfällen mit Schusswaffen Anfang Juni im Schwarzenbergpark, die aktuell noch von den Ermittlungsbehörden untersucht werden.

Die beiden Vorsitzenden der SPD-Bezirksfraktion Frank Richter und Natalia Sahling äußern Verständnis für den auch in der letzten Bezirksversammlungssitzung geäußerten Unmut: ”Wir haben großes Verständnis für die Sorgen der Anwohnenden und der Eltern der Kinder in den beiden benachbarten Schulen angesichts dieser Entwicklung. Aus diesem Grund haben wir uns mit dafür eingesetzt, dass die Sicherheitskonferenz der Bezirksversammlung schnellstmöglich noch vor den Sommerferien das Dialogforum veranstaltet, in dem alle beteiligten Behörden, die Elternräte der beteiligten Schulen, der Träger der Einrichtung und Anwohnende ins Gespräch kommen, um Informationen, Bedenken und Wünsche auszutauschen.”

Das Dialogforum konnte am 06.07.2026 in der Aula des regionalen Bildungszentrums stattfinden. In diesem Austausch erläuterte der Vertreter der Sozialbehörde die nunmehr geplanten Maßnahmen, die die Beschäftigung eines Wachdienstes, verlängerte Öffnungszeiten des Abrigado und die Installation einer Videoüberwachung zum Inhalt hatten. Aktuell ist zudem die Polizei in der Zeit von 6 bis 16 Uhr täglich sichtbar vor Ort. Allerdings soll diese Präsenz nicht dauerhaft fortgesetzt werden.

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Wachdienst und Kameras am Abrigado reichen der SPD-Fraktion bei weitem nicht aus

Hierzu sagt die innenpolitische Fachsprecherin der SPD-Bezirksfraktion Oksan Karakus: “Es ist zu begrüßen, dass mit den angekündigten Maßnahmen eine stärkere Kontrolle in und um die Einrichtung ermöglicht wird. Hierdurch wird es möglich sein Mißstände im unmittelbaren Umfeld zu verhindern. Allerdings wäre es gut, wenn die Polizei auch zukünftig regelhaft stärker präsent bleibt und zumindest vorübergehend für die dunkle Jahreszeit im Umfeld der Einrichtung und der Schulen die Beleuchtungssituation deutlich verbessert werden könnte.”

Dem Wunsch der Anwesenden nach einer Verlagerung des Abrigado schon für die Zeit, in der die neue Einrichtung, die Ende 2028 fertiggestellt werden soll, erteilte der Vertreter der Sozialbehörde hingegen eine Absage. Auch eine Prüfung dieser Möglichkeit wurde nicht zugesagt.

Wildes Campen im Park: Die Politik fordert dringend eine konsumtolerante Notunterkunft

Hierzu sagt der sozialpolitische Fachsprecher der SPD-Bezirksfraktion Sven Hey: “Es ist bekannt, dass die jetzigen Probleme ihre Ursache auch darin haben, dass die Kapazitäten des Abrigado mehr als 30 Jahre nach der Eröffnung nicht mehr ausreichend sind. Aus diesem Grund entsteht ein Neubau, welcher den dringenden Bedarf an Räumlichkeiten abdeckt. Das aktuelle Kapazitätsdefizit führt auch zu einem erhöhten Drogenkonsum im Umfeld der Einrichtung und das wirkt sich auf den Park und die anliegenden Institutionen aus. Ein weiteres lange bekanntes Problem ist der Mangel an konsumtoleranten Notschlafplätzen im Bezirk. Das Ergebnis ist das beobachtete wilde Campen in der Parkanlage. Diese Problematik wird sich langfristig nur durch die Einrichtung konsumtoleranter Übernachtungsmöglichkeiten lösen lassen. Es kann nicht sein, dass im Zuge der aktuellen Verdrängung obdachlose Suchterkrankte in den Treppenhäusern und Eingängen benachbarter Wohnhäuser schlafen. Wir halten es daher als SPD-Fraktion für zwingend geboten, zusätzlich zu den angekündigten Maßnahmen der Sozialbehörde, zu prüfen, ob an anderer Stelle eine konsumtolerante Notunterkunft für obdachlose Suchterkrankte zumindest temporär eingerichtet werden kann. Weiterhin sollte unterstützend bis zur Fertigstellung des Abrigado-Neubaus Ende 2028 geprüft werden, ob an anderer Stelle im Bezirk eine überbrückende Zweigstelle des Abrigado eingerichtet werden kann, welche Konsumenten aufgrund der begrenzten Kapazitäten auf dem Schwarzenberg, betreut. Beides würde die aktuelle Lage maßgeblich entspannen.”

Redaktion

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Ein Kommentar

  1. Die Politik fordert dringend eine konsumtolerante Notunterkunft
    Soso, es fordert also die Politik. Dieses ewige Fordern ohne dass was passiert erweckt beim Wahlvolk den Eindruck von Handlungsunfähigkeit. Ich bin noch so weit bei Sinnen, dass ich deswegen nicht die AfD wähle, aber man sieht doch den täglichen Rechtsruck im Land. Wenn „die Politik“ sich doch bloß etwas cleverer verkaufen würde, aber nein. Konsumtolerante Notschlafplätze fehlen übrigens seit mindestens 30 Jahren. Gut, dass wir drüber geredet haben, aber dann hat wohl bisher der politische Wille nicht gereicht. Erstaufnahmeeinrichtungen wurden ja auch quasi über Nacht aus dem Boden gestampft- und, um das nicht unerwähnt zu lassen, u.a. auf unserer bezirklichen Festwiese, dem Schwarzenbergplatz. Das hätte sich in manch anderem Stadtteil keiner getraut. So, nun haben alle ihr Fett weg. Gute Nacht.

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