Jahrhundertchance für die Innenstadt: Senatspläne für das Karstadt-Areal sorgen für Frust!
Harburg – Die Zukunft des ehemaligen Karstadt-Standorts in der Harburger Innenstadt nimmt Fahrt auf, doch die Pläne des Hamburger Senats stoßen auf deutliche Kritik. Wie der Senat kürzlich bekannt gab, soll das Areal mithilfe einer Konzeptausschreibung entwickelt werden. Geplant ist ein gemischt genutztes Quartier aus neuem Wohnraum, gewerblicher Nutzung sowie öffentlichen und soziokulturellen Einrichtungen. Unter anderem sollen das Archäologische Museum, die Volkshochschule und die Bücherhalle an diesem zentralen Ort ihr neues Zuhause finden. Während die Grundidee breite Zustimmung findet, sorgt das behördliche Vorgehen bei den Politikern im Bezirk für erheblichen Unmut.

Die FDP-Fraktion Harburg zeigt sich verärgert darüber, dass die Bezirksversammlung erst über die Pressemitteilung des Senats von den konkreten Schritten erfahren hat. Fraktionschef Dirk Kannengießer betont, dass eine echte Stadtentwicklung nur im Dialog und nicht durch bloße Verkündigungen entstehen könne. Die FDP fordert daher die lückenlose Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie, einen verbindlichen Zeitplan sowie die frühzeitige Einbindung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Investoren.

Auch die Fraktion Die Linke Harburg spart nicht mit Kritik. Kulturpolitischer Sprecher Simon Dhemija bezeichnet es als Versäumnis, dass die Stadt seit über zwei Jahren Eigentümerin des Gebäudes ist, ohne die lokale Kulturszene und die Menschen vor Ort einzubeziehen. Dass nun zudem die Möglichkeit eines Teilverkaufs geschaffen werden soll, stößt bei der Linken und der Bürgerschaftsabgeordneten Xenija Melnik auf Unverständnis. Ebenso steht Bezirksamtsleiter Christian Carstensen in der Kritik, da er den Senatsvorstoß begrüßt hat, anstatt auf mehr Transparenz für den Bezirk zu dringen.
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Die SPD-Fraktion Harburg bewertet die Ankündigung des Senats hingegen grundsätzlich positiv. Der stadtentwicklungspolitische Sprecher Frank Richter erklärt, dass zwar die ursprünglich angedachte achtjährige Zwischennutzung des Altgebäudes damit vom Tisch sein dürfte, die neue Strategie dafür jedoch eine deutlich schnellere endgültige Entwicklung ermögliche. Die Ansiedlung von Museum, Volkshochschule und Bücherhalle entspreche den Vorstellungen der SPD und werde die Harburger Innenstadt nachhaltig beleben. Gleichwohl pocht auch die SPD darauf, dass die zugesagte Beteiligung der bezirklichen Gremien ernsthaft, zeitnah und lückenlos umgesetzt werden muss, insbesondere bei der Festlegung des Konzepts für die spätere Ausschreibung.






