Rettet die Kita Elfenwiese: Linksfraktion bringt Antrag in Bezirksversammlung ein
Harburg – Am Dienstag, 27. Januar 2026, rückt die Zukunft der Inklusions-Kita Elfenwiese in den Mittelpunkt der Harburger Kommunalpolitik. Die Linksfraktion in der Bezirksversammlung bringt einen Antrag zur „Sicherung inklusiver frühkindlicher Bildung am Standort Elfenwiese“ ein, um die drohende Schließung der Einrichtung zu verhindern. Unterstützung erhält der Vorstoß vom Elternrat der Kita, der den Antrag ausdrücklich begrüßt und zu öffentlichem Protest aufruft.
„Marderbefall“ – Vorwand, um kurzen Prozess zu machen?
Auslöser der aktuellen Debatte sind Recherchen und parlamentarische Anfragen, die Zweifel an der offiziellen Begründung für die geplante Schließung aufkommen lassen. Ein angeblich nicht beherrschbarer Marderbefall, der als Grund für das Aus der Kita genannt wurde, gilt inzwischen als Vorwand, um notwendige Sanierungskosten zu vermeiden. Damit wächst der politische Druck auf den städtischen Träger Elbkinder und den Hamburger Senat.
Über Inklusion reden reicht nicht – Im Zweifel Geld in die Hand nehmen
Simon Dhemija, jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion Harburg, kritisiert das Vorgehen scharf. Es sei nicht hinnehmbar, dass auf dem Rücken von Kindern mit schweren Behinderungen und ihren Familien gespart werde. Die Kita Elfenwiese habe sich über Jahrzehnte zu einem Kompetenzzentrum für inklusive Bildung entwickelt. Diese gewachsene Expertise lasse sich nicht kurzfristig auf andere Einrichtungen übertragen. Inklusion sei ein Menschenrecht und dürfe nicht unter einen Wirtschaftlichkeitsvorbehalt gestellt werden.
Der Antrag der Linksfraktion fordert unter anderem eine vollständige und transparente Prüfung von Alternativen zur Schließung. Dazu zählen Modulbauten oder Interimslösungen am bisherigen Standort, um sicherzustellen, dass kein Kind seinen vertrauten Betreuungsplatz verliert. Außerdem soll der dauerhafte Schutz der Flächen für inklusive Bildung gewährleistet und ein möglicher Trägerwechsel geprüft werden, falls der bisherige Träger den Standort nicht weiterführen möchte.
Demonstration vor dem Rathaus geplant
Bereits vor der Sitzung beginnt die politische Auseinandersetzung öffentlich. Der Elternrat ruft gemeinsam mit Unterstützung der Linksfraktion zu einer Demonstration auf, die am Dienstag ab 16.30 Uhr vor dem Harburger Rathaus stattfinden soll. Im Anschluss wird das Thema ab 17.30 Uhr in der öffentlichen Sitzung der Bezirksversammlung im Großen Sitzungssaal des Rathauses beraten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, die Debatte zu verfolgen.
Darüber hinaus will die Linksfraktion in derselben Sitzung auch die Pläne für eine erneute Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg in der Aktuellen Stunde thematisieren.


