Olympia-Nein bleibt Nein: Hamburg stimmt erneut gegen die Spiele – auch in Harburg
Gastbeitrag von Andreas Scharnberg

Hamburg – Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich erneut klar gegen eine Olympiabewerbung ausgesprochen. Bei gestiegener Wahlbeteiligung fiel das Nein diesmal sogar noch deutlicher aus als beim Volksentscheid 2015 – ein Ergebnis, das den Senat eigentlich nicht überraschen durfte.
Denn die Menschen in dieser Stadt haben ein feines Gespür dafür, was gerade dringlicher ist als sportpolitische Großprojekte: bezahlbarer Wohnraum, ein überlastetes Verkehrsnetz, jahrelang aufgeschobene Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Daseinsvorsorge. Wer diese Realitäten kennt – und der Senat kennt sie –, der hätte wissen können, wie diese Abstimmung ausgeht.
Fokus auf das Wesentliche
Es ist kein Zeichen von Engstirnigkeit, wenn die Hamburger Olympische Spiele ablehnen. Es ist ein Zeichen von Klarheit. Hamburg will keine Milliardenprojekte mit ungewissem Ausgang, solange Tausende Menschen zu wenig Wohnraum haben und der tägliche Weg zur Arbeit zur Geduldsprobe wird. Die Hamburger setzen Prioritäten – und das konsequent.
Der Senat wäre gut beraten, diese Botschaft nicht als bloße Skepsis abzutun, sondern als politischen Auftrag zu verstehen: Löst erst die Probleme, die ihr habt. Dann reden wir weiter.
Ein deutliches Signal
Volksentscheide haben eine Qualität, die politische Taktik selten erreicht: Sie sind ehrlich. Und dieses hier war eindeutig. Wer nach dem Ergebnis von 2015 erneut auf eine veränderte Stimmungslage gehofft hatte, ignorierte, was die Hamburger damals bereits gesagt hatten. Jetzt haben sie es wiederholt – lauter und mit größerer Beteiligung.
Das sollte Anlass genug sein, nicht ein drittes Mal zu fragen.



Ich oute mich als Neinsager. Mich persönlich wird es vielleicht gar nicht mehr betreffen (2036 bin ich 77+), aber einerseits werden Notprogramme runtergefahren und andererseits haut der Senat 18 Millionen für PrOlympia- Werbung raus. Ich denke auch, dass die Hamburger Infrastruktur schon jetzt überlastet ist und überhaupt, die geplanten Kosten wurden bisher immer gerissen und der Mehrwert war nie so groß wie prognostiziert.
Besonders ärgerlich fand ich die Aussage auf einem der Plakate. Da stand sinngemäß, dass die Infrastruktur in Hamburg von Olympia profitieren würde. Das heißt ja im Umkehrschluss: Kein Olympia, kein Fortschritt. Das grenzt an Erpressung, und sowas goutiert der Norddeutsche nicht!