Politik

Harburgs soziales Netz reißt: Linke fordert Sondersitzung im Ausschuss

Bezirk Harburg – Gekürzte Sprachkurse, wegbrechende Fördermittel und verunsicherte Träger: Die soziale Infrastruktur im Bezirk Harburg steht unter massivem Druck. Die Linksfraktion im Bezirk schlägt Alarm und hat einen Antrag auf eine öffentliche Sondersitzung des Sozialausschusses eingebracht.

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Auslöser ist die sogenannte „Harburger Erklärung“ vom 18. März 2026, in der zahlreiche Träger der Integrations- und Bildungsarbeit gemeinsam auf die wachsende Gefährdung sozialer Strukturen durch Sparmaßnahmen hingewiesen haben. Die Einrichtungen beklagen fehlende Planungssicherheit und warnen vor einem Kollaps der Infrastruktur für Integration, Bildung und Kultur im Bezirk.

Sprachkurse gestrichen – Teilhabe bleibt auf der Strecke

Besonders gravierend sind die Einschnitte bei den Integrationskursen. Durch die Kürzungen erhalten Menschen keine Chance mehr auf schnelle gesellschaftliche Teilhabe oder einen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig versiegen die sogenannten SIN-Mittel – Fördermittel der Sozialräumlichen Integrationsnetzwerke der Jugend- und Familienhilfe –, die bislang die Unterstützung für Geflüchtete abgesichert haben. Diese gewachsenen Netzwerke verbinden verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote im Stadtteil und drohen nun wegzubrechen.

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Simon Dhemija, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion Harburg, übt scharfe Kritik: „Es ist unverantwortlich, wie hier bewährte Strukturen sehenden Auges gegen die Wand gefahren werden. Wenn Sprachkurse wegfallen und Träger nicht wissen, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächsten Monat bezahlen sollen, gefährdet das den gesamten sozialen Frieden in unserem Bezirk.“

Sondersitzung soll Betroffene zu Wort kommen lassen

Mit dem Antrag (Drs. 22-1762) fordert die Fraktion konkret die Einladung von Vertreterinnen und Vertretern der unterzeichnenden Initiativen, des Integrationsrates sowie der zuständigen Fachbehörden in den Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion. Ziel ist es, die Folgen der Kürzungen offenzulegen und Maßnahmen zur Sicherung der sozialen Infrastruktur zu erarbeiten.

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Dhemija betont: „Wir wollen, dass die Betroffenen selbst zu Wort kommen. Die Behörden müssen erklären, wie sie die soziale Infrastruktur in Harburg sichern wollen. Wir fordern eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung der Träger, damit Harburg ein Zuhause für alle bleibt – unabhängig vom Geldbeutel oder der Herkunft.“

Der Vorstand des Bezirksverbandes Die Linke Harburg begrüßt das Engagement der neuen Bezirksfraktion ausdrücklich und spricht sich für den Erhalt und die Stärkung sozialer Strukturen vor Ort aus.

Redaktion

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Ein Kommentar

  1. So schafft man die Grundlagen für steigende Jugend – und „Ausländerkriminalität“, die man mit „Remigration“ bekämpfen will, wie es Dobrindt -nicht nur auf Druck der AfD – tut. Dann würden wir Deutschen in unserem „Altersheim“ unter uns sein, arbeiten bis zum Umfallen und wischen uns gegenseitig die A.. ab. Schöne neue deutsche Welt!
    Es ist aber nunmal Fakt: Die Globalisierung lässt sich nicht zurück drehen. Wir haben nur diese Erde als Lebensraum, für diese eine Menschheit. Die lernt es entweder, mit sich und der Umwelt zu leben und zusammen zu arbeiten, oder wir sterben aus. Die Natur wird sich nicht an uns anpassen. Es geht nur umgekehrt.

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