Erleichterung in Neugraben: Hamburg Service Süderelbe soll vor Ort erhalten bleiben
Neugraben – Nach Diskussionen über die Zukunft der Hamburger Kundenzentren gibt es für Süderelbe eine klare Zusage aus der Finanzbehörde: Der Hamburg Service soll auch künftig vor Ort präsent bleiben. Finanz- und Bezirkssenator Andreas Dressel stellte am 15. September ausdrücklich klar, dass es keine ersatzlose Schließung von Standorten geben soll und nannte dabei neben Blankenese und Niendorf ausdrücklich auch Süderelbe. Gleichzeitig sind Veränderungen bei Servicezeiten und der konkreten Form der Präsenz möglich.
Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete für Süderelbe, Matthias Czech, begrüßt die Ankündigung. Für ihn seien städtische Dienstleistungen in Wohnortnähe ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur. Gerade in den Außenbezirken müsse es auch künftig Möglichkeiten geben, Verwaltungsangelegenheiten persönlich zu erledigen.
Aktuell befindet sich der Standort Süderelbe am Neugrabener Markt 5. Dort werden Einwohnerangelegenheiten von Montag bis Freitag nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten. Nach Angaben der Stadt ist das Gebäude derzeit nur teilweise rollstuhlgerecht.
Sanierung am Neugrabener Markt geplant
Für eine langfristige Nutzung des Standortes soll das Gebäude am Neugrabener Markt 5 nach Angaben von Czech saniert und barrierefrei hergerichtet werden. Voraussetzung dafür ist demnach zunächst der Umzug des Polizeikommissariats 47. Das PK 47 erhält gemeinsam mit dem Jobcenter Süderelbe einen Neubau in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Neugraben. Für das Projekt wurde im Mai 2025 Richtfest gefeiert; die Stadt bezifferte die Investition damals auf rund 35 Millionen Euro.
Nach den von Czech mitgeteilten Planungen sollen nach dem Umzug der Polizei die bisherigen Räume des PK 47 vorübergehend vom Bezirksamt Harburg genutzt werden. Dadurch könnten die Flächen am Neugrabener Markt 5 freigemacht und anschließend durch den Eigentümer saniert werden.
Die Entscheidung für die Sanierung des bestehenden Verwaltungsstandortes hat eine längere Vorgeschichte. Das Bezirksamt Harburg hatte ursprünglich einen Verwaltungsneubau in Neugraben verfolgt, sich jedoch 2023 aus wirtschaftlichen Gründen gegen dieses Projekt und für die Sanierung des Bestandsgebäudes am Neugrabener Markt 5 entschieden. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 des Hamburger Rechnungshofs hervor.
Mehr digitale Angebote – persönlicher Service soll trotzdem bleiben
Parallel zu den Veränderungen an den Standorten will Hamburg die Digitalisierung der Verwaltung weiter ausbauen. Nach Angaben der Finanzbehörde werden beim Hamburg Service jährlich rund 1,3 Millionen Dienstleistungen nachgefragt. Ziel sei es, diese möglichst effizient anzubieten und gleichzeitig den persönlichen Bürgerservice aufrechtzuerhalten. Auch künftig sollen Termine für Einwohnerangelegenheiten grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen verfügbar sein.
Dabei setzt die Stadt neben größeren Standorten zunehmend auch auf digitale und mobile Angebote. Die Finanzbehörde macht allerdings deutlich, dass die Präsenz in den Außenbezirken bestehen bleiben soll. Vor Veränderungen einzelner Angebote sollen zudem die jeweiligen Bezirksversammlungen beteiligt werden.
Czech sieht in der Digitalisierung die Möglichkeit, viele Behördengänge künftig einfacher von zu Hause aus zu erledigen. Gleichzeitig müsse Unterstützung für Menschen vorhanden sein, die bei digitalen Verwaltungsangeboten Hilfe benötigen. Vorgesehen seien dafür nach seinen Angaben unter anderem Digitallotsen.
Für Süderelbe bedeutet die aktuelle Entscheidung zunächst vor allem eines: Ein Angebot des Hamburg Service soll auch künftig vor Ort erhalten bleiben. Ob sich Öffnungszeiten, Räumlichkeiten oder die konkrete Ausgestaltung verändern, kann Teil der weiteren Planungen sein. Die grundsätzliche Präsenz in Süderelbe hat Finanzsenator Dressel jedoch ausdrücklich bestätigt.
