Doppelter Festtag in Neu Wulmstorf: Seniorenresidenz und Straßenschild werden gefeiert
Neu Wulmstorf – Gleich zwei besondere Anlässe stehen am Freitag, 13. März 2026, in der Tarutinoer Straße 1-2 im Mittelpunkt. Die Specht-Gruppe, Betreiberin der neuen Seniorenresidenz, lädt zum Tag der offenen Tür ein. Zudem wird um 15 Uhr offiziell das Straßenschild Tarutinoer Straße eingeweiht.
Zur Einweihung wird Bürgermeister Tobias Handtke eine Rede halten, der Gemischte Chor von 1948 Neu Wulmstorf sorgt für den musikalischen Rahmen. Damit erhält die neue Seniorenresidenz nicht nur ein Zuhause, sondern auch eine Straße mit historischer Bedeutung.
Bereits am 6. November hatte suederelbe24.de über einen Wettbewerb zur Namensgebung des Neubaus berichtet. Mehrere Vorschläge trugen den Namen Seniorenresidenz Vosshusen, darunter auch der Beitrag der Ehefrau unseres Lesers Gisbert Vokrap. Die Specht-Gruppe entschied sich für diesen Namen und passte das ausgelobte Preisgeld an. Statt der ursprünglich vorgesehenen 250 Euro wurden 100 Euro überwiesen, da mehrere Einsendungen denselben Vorschlag enthielten.
Vosshusen ist plattdeutsch und bedeutet Fuchshausen. Der Name verweist auf die Geschichte Neu Wulmstorfs. Auch der Turnverein TVV trägt diesen Beinamen, der auf die vielen Füchse in der Gründerzeit zurückgeht. Zudem findet sich Vosshusen bis heute auf dem gelben Ortsschild unter dem Namen Neu Wulmstorf.

Straßennamen erinnert an Wurzeln aus Bessarabien
Die neue Tarutinoer Straße erinnert an die Ansiedlung von rund 70 deutschsprachigen Familien aus Tarutino in Bessarabien, heute Ukraine, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in den frühen 1950er Jahren in Neu Wulmstorf niederließen. Viele von ihnen waren eng mit der benachbarten Lutherkirche verbunden.
Seit 2014 hatte sich Armin Hinz für die Benennung einer Straße nach Tarutino (Tarutino (ukrainisch: Tarutyne) ist eine kleine Stadt im Süden der Ukraine in der Oblast Odessa, nahe der Grenze zu Moldau.) eingesetzt. Seine Eltern stammten selbst aus der Stadt. Im Herbst 2025 beschloss der Rat der Gemeinde auf seine Initiative hin die neue Straßenbezeichnung, unterstützt von Bürgermeister Handtke und Pastor Dr. Schneider der angrenzenden Lutherkirche. Die Specht-Gruppe übernahm den Namen für die Privatstraße.
Hinz hielt bereits mehrere Vorträge mit historischen Filmaufnahmen über die Umsiedlung der Bessarabiendeutschen nach Neu Wulmstorf, unter anderem im Kulturverein Buxtehude vor mehr als 110 Gästen und Zeitzeugen. Im Frühjahr 2026 soll der Vortrag ein letztes Mal wiederholt werden.


