DAMALS IM SÜDEN

Zwischen Verfolgung und Hoffnung: An diese Ereignisse erinnert der 28. Oktober

Harburg – Der 28. Oktober erinnert an zwei historische Ereignisse: Vor 88 Jahren verschleppten die Nationalsozialisten jüdische Familien aus Harburg nach Polen. Vor 140 Jahren wurde in New York die Freiheitsstatue eingeweiht, die für Millionen Einwanderer zum Symbol der Hoffnung wurde.

1938: Jüdische Familien aus Harburg werden verschleppt

Am 28. Oktober 1938 traf die sogenannte „Polenaktion“ auch die Familien Hoffmann und Schulz. Die nationalsozialistische Verfolgungsmaßnahme richtete sich gegen Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit. Innerhalb von zwei Tagen wurden mindestens 17.000 Menschen gewaltsam aus dem Deutschen Reich ausgewiesen, darunter rund 1.000 aus Hamburg.

Munisch und Marie Hoffmann betrieben am heutigen Schloßmühlendamm 10 ein Geschäft für Lederwaren und Schuhbedarf. Polizisten holten sie und vier ihrer Kinder morgens aus ihrer Hamburger Wohnung. Am Abend wurden sie mit einem Zug vom Bahnhof Altona in Richtung der deutsch-polnischen Grenze gebracht. Auch Meier und Chaja Ester Schulz aus der Bremer Straße 103a wurden mit ihrem erst achtjährigen Sohn Nathan verschleppt.

Viele der Ausgewiesenen mussten im Grenzgebiet bei Zbąszyń unter katastrophalen Bedingungen ausharren, weil Polen ihre Einreise zunächst verweigerte. Nach der deutschen Besetzung Polens wurden Munisch und Marie Hoffmann sowie ihre vier jüngsten Kinder Opfer des Holocaust. Stolpersteine erinnern heute in Harburg an die verfolgten Familien.

1886: Die Freiheitsstatue wird eingeweiht

Genau 140 Jahre vor dem heutigen Mittwoch wurde am 28. Oktober 1886 die Freiheitsstatue im Hafen von New York feierlich eingeweiht. US-Präsident Grover Cleveland nahm das Geschenk Frankreichs auf der damaligen Bedloe’s Island offiziell entgegen. Eine große Parade und Hunderte Schiffe begleiteten die Feierlichkeiten.

Der französische Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi entwarf die Kupferfigur, das Unternehmen Gustave Eiffels entwickelte ihre tragende Eisenkonstruktion. Die Einzelteile waren 1885 per Schiff über den Atlantik gekommen und anschließend auf einem eigens errichteten Sockel zusammengesetzt worden.

Mit ihrem Sockel erreicht die Statue eine Höhe von rund 93 Metern. In der rechten Hand trägt sie eine Fackel, in der linken eine Tafel mit dem Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776. Für Millionen Einwanderer wurde sie zum Zeichen eines erhofften Neuanfangs. Seit 1984 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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