Landkreis Stade

Seltene Ehrung: Dirk Ludewig erhält Verdienstkreuz erster Klasse

Drochtersen – Eine außergewöhnliche Auszeichnung für jahrzehntelangen Einsatz: Der pensionierte Lehrer Dirk Ludewig ist mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Landrat Kai Seefried überreichte die hohe Auszeichnung am Sonnabend, 22. August 2026, im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Festakt in der Drochterser Kulturscheune.

Die Ehrung ist im Landkreis Stade eine Seltenheit. Zuletzt war das Verdienstkreuz erster Klasse dort vor 22 Jahren verliehen worden. Die Auszeichnung ist Persönlichkeiten vorbehalten, die sich in außergewöhnlicher Weise um das Gemeinwesen verdient gemacht haben.

„Diese heutige Ehrung würdigt eben nicht nur Erfolge und Leistungen. Sie würdigt vor allem Haltung“, sagte Seefried. Ludewigs Engagement stehe für die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

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Bereits im April 2012 hatte der heute 80-Jährige das Verdienstkreuz am Bande erhalten. Doch sein Einsatz ging danach unvermindert weiter. Besonders Kinder, Jugendliche und ältere Menschen standen und stehen dabei im Mittelpunkt seines Engagements.

Seit Jahrzehnten für Sport, Kultur und Gemeinschaft im Einsatz

Seit 1975 gehört Dirk Ludewig dem Vorstand des Turnvereins Germania von 1897 an. 22 Jahre lang war er zweiter Vorsitzender, seit 2014 führt er den Verein als Vorsitzender. Neben seinem Einsatz für den Kinder- und Jugendsport engagiert er sich besonders in der Leichtathletik.

1975 gehörte Ludewig zudem zu den Mitbegründern der Leichtathletik-Gemeinschaft Kehdingen. Mehr als 25 Jahre war er dort Vorsitzender und Trainer. Sein Engagement reicht jedoch weit über den klassischen Sportbetrieb hinaus. Kindermaskeraden, Drachenfeste, ein Hüpfburgen-Festival und digitale Sportangebote gehören ebenfalls zu den Projekten, die mit seinem Namen verbunden sind.

Auch zahlreiche Veranstaltungen in Drochtersen und Kehdingen tragen seine Handschrift. Dazu zählen die Kinder-Kulturtage, die Aktion Ferienspaß, der Kunstmarkt, das Blütenfest sowie der Radler- und Skatertag.

Als Stadionsprecher im Kehdinger Stadion, Initiator des Repair-Cafés und Entertainer bei Veranstaltungen des DRK-Ortsvereins ist Ludewig ebenfalls seit Jahren bekannt. Der frühere Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch bezeichnete ihn einmal als den „Thomas Gottschalk des Landes Kehdingen“.

50 Jahre Kommunalpolitik – ein außergewöhnliches Jubiläum

Neben Sport und Kultur prägt Dirk Ludewig seit Jahrzehnten auch die Kommunalpolitik. Seit 1976 sitzt er im Rat der Gemeinde Drochtersen und kann damit in diesem Jahr auf 50 Jahre kommunalpolitisches Engagement zurückblicken.

Nach Angaben von Landrat Kai Seefried erreicht derzeit niemand sonst im Landkreis Stade eine derart lange Amtszeit. Landesweit gebe es lediglich acht Menschen, die auf eine vergleichbare Zeit im politischen Ehrenamt zurückblicken könnten.

Von 1986 bis 1996 war Ludewig ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister von Drochtersen. Seit 2016 übt er dieses Amt erneut aus. Von 1996 bis 2001 gehörte er außerdem dem Kreistag des Landkreises Stade an.

Bürgermeister Mike Eckhoff würdigte beim Festakt das vielfältige Wirken des Geehrten und machte deutlich, dass Ludewig auch mit 80 Jahren noch lange nicht ans Aufhören denkt. Weitere Dankesworte kamen von der Landtagsabgeordneten Corinna Lange und Rigo Gooßen, Präsident der Spielvereinigung Drochtersen/Assel.

Landrat Seefried fasste das jahrzehntelange Wirken Ludewigs als außergewöhnlichen Einsatz für die Gemeinschaft zusammen. Sein Name stehe in Kehdingen und im gesamten Landkreis Stade seit Jahrzehnten für Gemeinsinn, Tatkraft und Lebensfreude.

Redaktion

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