Schüsse, Drogen, Angst: Eltern der Schule Schwarzenbergstraße fordern sofortige Hilfe
Harburg – Vier Polizeieinsätze in einer einzigen Woche, Schussabgaben in dreißig Metern Entfernung vom Schulgelände, Kinder die im Gebäude eingeschlossen werden müssen: Der Elternrat der Schule Schwarzenbergstraße (ReBBZ Harburg) in Hamburg-Harburg hat in einem offenen Brief an Behörden und Öffentlichkeit appelliert. Die Situation rund um die nahegelegene Drogeneinrichtung Abrigado sei längst untragbar geworden.
Schüsse, Absperrungen, zurückgelassene Spritzen
In der Kalenderwoche 24 kam es nach Angaben des Elternrats allein viermal zu Polizeieinsätzen in unmittelbarer Nähe der Schule. Am 12. Juni 2026 wurden dabei Schüsse abgegeben – nur etwa 30 Meter vom Schulgelände entfernt. Die Schule musste abgesichert werden, Kinder durften das Gebäude nicht verlassen. Noch während der Brief verfasst wurde, ereignete sich ein weiterer Schusswechsel mit einer verletzten Person im selben Umfeld. Hinzu kommen regelmäßig zurückgelassene Spritzen und Drogenutensilien auf den Schulwegen, offener Drogenkonsum sowie der tägliche Anblick einer offenen Suchtszene direkt vor den Augen der Schülerinnen und Schüler.
Der Elternrat betont ausdrücklich, dass sich sein Protest nicht gegen suchtkranke Menschen richtet, die Hilfe und Unterstützung benötigten. Das Anliegen richte sich gegen die Tatsache, dass eine solche Einrichtung unmittelbar neben einer Schule angesiedelt sei und die daraus entstehenden Risiken seit Jahren zulasten von Kindern, Familien und Schulpersonal gingen.
Versprechen ohne Umsetzung – Eltern verlieren Geduld
Bereits vor rund zwei Jahren hätten Gespräche mit Behörden, Sozialbehörde und Polizei stattgefunden, so der Elternrat. Damals seien Maßnahmen und eine baldige Verlagerung des Abrigados in Aussicht gestellt worden. Zuletzt wurde als Zeitrahmen Ende 2027 genannt – für die Elternschaft ist das keine akzeptable Antwort mehr.
In ihrem Brief fordern Elternratsvorsitzende Jenny Schiller und ihre Stellvertreterin Sarah Rosenthal die unverzügliche Prüfung einer kurzfristigen Verlagerung des Abrigados, einen konkreten Sofortmaßnahmenplan, wirksame Maßnahmen zur dauerhaften Sicherung von Schulweg und Schulumfeld sowie transparente Information der Behörden. Eine schriftliche Stellungnahme aller zuständigen Behörden wird bis zum 6. Juli 2026 erwartet. Scharnberg.de bleibt an dem Thema dran.


