Rekordförderung für Buxtehude: 3,6 Millionen Euro für neues Technologiezentrum
Buxtehude – Ein Millionenprojekt für Forschung, Nachhaltigkeit und die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Buxtehude nimmt konkrete Formen an: Die hochschule 21 erhält rund 3,6 Millionen Euro Förderung für ihr geplantes „ITN – Zentrum für Innovative Technologien zur Nachhaltigen Entwicklung“. Der offizielle Zuwendungsbescheid wurde am Freitag, 25. September 2026, von Niedersachsens Europa- und Regionalentwicklungsministerin Melanie Walter bei einem Besuch der Hochschule übergeben. Es handelt sich nach Angaben der Beteiligten um die bislang höchste Einzelförderung im niedersächsischen Förderprogramm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“. Auch aktuelle Veröffentlichungen der Hansestadt Buxtehude bestätigen die Förderung.
Mit dem Geld soll nicht nur ein neues Hochschulgebäude entstehen. Die Förderung umfasst ebenfalls eine Anschubfinanzierung für den Betrieb des neuen Zentrums. Für die hochschule 21 ist der Neubau ein besonderer Schritt: Es wäre das erste neue Hochschulgebäude am Standort Buxtehude seit mehr als 30 Jahren.
Hochschulpräsident Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych bezeichnet die Förderung als starkes Signal für die hochschule 21 und die gesamte Süderelbe-Region. Ohne die Unterstützung des Landes sei das Vorhaben in dieser Form nicht zu realisieren. Bereits bei einem früheren Besuch Walters war das geplante ITN als zentraler Ort für Forschung, Lehre und Wissenstransfer vorgestellt worden. Vorgesehen sind unter anderem Pilotanlagen und neue Labortechnik.
Rund sechs Millionen Euro stehen für das Projekt bereit
Die Landesförderung ist der größte Finanzierungsbaustein, aber nicht der einzige. Die Hansestadt Buxtehude beteiligt sich mit rund 444.000 Euro, der Landkreis Stade mit weiteren rund 222.000 Euro. Hinzu kommt ein Eigenanteil der hochschule 21 von etwa 1,7 Millionen Euro. Insgesamt stehen damit rund sechs Millionen Euro für die Umsetzung zur Verfügung.
Zur Übergabe des Förderbescheids kamen neben Ministerin Walter und Hochschulpräsident Hadrych auch Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, der Erste Kreisrat des Landkreises Stade Thorsten Heinze, die Landesbeauftragte für Regionalentwicklung Lüneburg Karin Beckmann sowie Dr. Olaf Krüger von der Süderelbe AG.
Ministerin Walter sieht in dem Projekt eine gezielte Investition in die Innovationskraft der Region. Gerade bei nachhaltigem Bauen, Ressourceneffizienz und Digitalisierung seien Orte erforderlich, an denen Wissenschaft, Wirtschaft und praktische Anwendung zusammenfinden. Das neue Zentrum soll genau diese Verbindung herstellen.
Auch Landrat Kai Seefried verbindet mit dem ITN große Erwartungen. Das Zentrum soll die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft stärken und dazu beitragen, dass neues Wissen schneller seinen Weg in die betriebliche Praxis findet. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt sieht insbesondere für Unternehmen der Baubranche neue Möglichkeiten, nachhaltige und innovative Technologien kennenzulernen, zu erproben und anschließend im eigenen Betrieb einzusetzen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zukunftsregion Süderelbe. Ihr Schwerpunkt liegt auf der regionalen Innovationsfähigkeit. Das Regionalmanagement der Süderelbe AG begleitet Projektträger bei der Entwicklung entsprechender Vorhaben und koordiniert unter anderem das Projektauswahlverfahren. Das ITN ist dort als Projekt „Süderelbe.efficient – ITN Buxtehude“ verankert und soll Kompetenzen in nachhaltigem Bauen, Ressourceneffizienz, Energie und Digitalisierung zusammenführen.
Neues Zentrum soll Forschung und Unternehmen zusammenbringen
Das ITN soll weit mehr werden als ein zusätzliches Hochschulgebäude. Geplant ist ein Kompetenzzentrum, das Forschung, Wissenstransfer und praktische Entwicklung miteinander verbindet. Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen sollen enger zusammenarbeiten können. Gleichzeitig soll das Zentrum der Qualifizierung von Fachkräften und der Entwicklung neuer Technologien dienen.
Nach Angaben von Hochschulpräsident Hadrych liegt der Schwerpunkt auf Wissenstransfer sowie praxisnaher Forschung und Entwicklung. Vorgesehen sind Forschungs- und Entwicklungsprojekte, wissenschaftliche Begleitung und Dienstleistungen, Fort- und Weiterbildungen sowie Fachveranstaltungen. Auch Ausbildung und Studienprojekte sollen von der neuen Infrastruktur profitieren.
Die Planungen sehen einen Versuchs- und Laborbereich sowie Büro- und Projekträume vor. Hinzu kommt ein neuer Hörsaal mit Platz für rund 250 Personen. Noch 2026 soll die Ausschreibung für Planung und Errichtung des Neubaus erfolgen.
Mit der Millionenförderung rückt damit ein Projekt näher, das weit über den Campus der hochschule 21 hinausreichen soll. Wenn das Konzept aufgeht, entsteht in Buxtehude ein neuer Treffpunkt für Wissenschaft und Wirtschaft, an dem Lösungen für nachhaltiges Bauen, Ressourceneffizienz, Energie und Digitalisierung nicht nur erforscht, sondern gemeinsam mit Unternehmen in die Praxis gebracht werden.
