Hoffnung auf ein Ende der Fegro-Halle: Schlachthofstraße soll leergezogen werden
Harburg – Für die umstrittene Erstaufnahme in der ehemaligen Fegro-Halle an der Schlachthofstraße 3–5 zeichnet sich ein konkretes Ende der regulären Belegung ab. Nach einer Anfrage der Linksfraktion soll die Halle unter der Voraussetzung eines gleichbleibenden Zuzugs bis Ende 2026 leergezogen werden. Ganz aufgegeben wird der Standort allerdings nicht: Der Senat will ihn weiterhin als Reserve vorhalten.
Der Mietvertrag für das Gelände bleibt bestehen. Dagegen läuft der Vertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz, das die Unterkunft betreibt, zum 31. Dezember 2026 aus. Die ehemalige Großmarkthalle wird vom DRK derzeit weiterhin als Notunterkunft geführt.
Damit wird die seit Jahren kontrovers diskutierte Unterbringung in der Halle zumindest im regulären Betrieb voraussichtlich beendet. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Senat angekündigt, die Schlachthofstraße perspektivisch aufzulösen und nur noch als Reservestandort vorzuhalten. Damals war wegen der hohen Auslastung der Hamburger Unterkünfte allerdings noch kein konkreter Termin genannt worden.
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Neue Containerunterkunft auf dem Gelände wird geprüft
Eine vollständige Abkehr von der Schlachthofstraße bedeutet das geplante Leerziehen der Fegro-Halle nicht. Auf dem Außengelände wird nach Angaben der Linksfraktion eine öffentliche Unterkunft aus Containermodulbauten geprüft. Sollte sie verwirklicht werden, könnte sie möglicherweise bereits im ersten Quartal 2027 bezogen werden.
Auch an anderen Harburger Standorten stehen Veränderungen bevor. Die Erstaufnahme an der Eichenhöhe 9 soll zum Jahresende 2026 schließen. Für die öffentliche Unterkunft am Schwarzenbergplatz ist die Schließung im Laufe des Jahres 2027 vorgesehen.
Linke begrüßt Auszug – warnt aber vor Reservelösung
Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, begrüßt das angekündigte Belegungsende der Fegro-Halle grundsätzlich. Gleichzeitig sieht sie die weitere Nutzung als Reservestandort kritisch. Sie befürchtet, dass bei einer erneuten Belegung Menschen wieder länger als ursprünglich vorgesehen in der Halle leben könnten. Zudem kritisiert sie, dass für die von den Schließungen betroffenen Bewohner bislang nicht ausreichend klar sei, wie ihre weitere Unterbringung aussehen werde.
Simon Dhemija, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksversammlung Harburg, kritisiert vor allem die Kommunikation des Senats. Eine Entscheidung von dieser Bedeutung müsse aus seiner Sicht frühzeitig und transparent gegenüber den Bewohnern und der Bezirkspolitik vermittelt werden. Die Schlachthofstraße steht seit Jahren wegen der Unterbringungsbedingungen in der Kritik. Im Herbst 2025 hatten Bewohner mehrfach gegen die Zustände in der Unterkunft demonstriert.
Noch ist das Ende der Fegro-Halle allerdings an eine wichtige Voraussetzung geknüpft: Der Senat geht bei seiner Planung vom gegenwärtigen Zuzug aus. Verändert sich die Zahl der neu ankommenden Schutzsuchenden deutlich, könnte sich auch die Planung für den Standort wieder ändern.






