Entwarnung fürs Kinderbecken – doch bei bei der Schwimmhalle Süderelbe bleiben große Fragen offen
Neugraben-Fischbek – Nach dem scharnberg.de-Bericht über die angespannte Bädersituation im Hamburger Süden und das stillgelegte Kinderbecken in der Schwimmhalle Süderelbe hat Bäderland nun auf konkrete Nachfragen der Redaktion geantwortet. Die wichtigste Nachricht für Familien: Ursache für die Sperrung ist nach Angaben des Unternehmens ein Fliesenschaden. Das betroffene Lehrschwimmbecken soll nur vorübergehend ausfallen.
Bäderland teilte auf Anfrage von scharnberg.de mit, dass mit einer Wiederinbetriebnahme in sechs Tagen gerechnet werde. Auf der Internetseite des Unternehmens wird das Lehrschwimmbecken aktuell bis voraussichtlich 20. August 2026 als außer Betrieb geführt. Als Grund nennt Bäderland dort bislang allgemein eine „technische Störung“.
Damit dürfte die Einschränkung deutlich kürzer ausfallen, als angesichts der derzeit schwierigen Bädersituation im Bezirk zunächst befürchtet werden konnte. Im vorangegangenen Bericht hatte scharnberg.de die Kritik der Harburger SPD aufgegriffen. Die Partei hatte insbesondere auf die Bedeutung des Beckens für Wassergewöhnung, Seepferdchen-Ausbildung sowie Spiel und Spaß für Kinder hingewiesen.
Schwimmkurse sollen trotz Sperrung weiterlaufen
Bei der Frage, wie Wassergewöhnung, Seepferdchenkurse und andere Angebote für Kinder während der Schließung aufrechterhalten werden, verweist Bäderland auf die Ferienzeit. Wegen Urlaub und Ferien gebe es derzeit ohnehin weniger Angebote.
Für die verbleibenden Kurse werde das andere Becken am Standort Süderelbe genutzt. Besondere Ersatzangebote an anderen Bäderland-Standorten seien nach den vorliegenden Antworten damit nicht vorgesehen.
Das Schwimmbad Süderelbe verfügt regulär neben dem großen Mehrzweckbecken über ein Lehrschwimmbecken sowie einen Kinderbereich. Bäderland führt Schwimmkurse ausdrücklich als Teil des Angebots am Standort.
Deutlich länger müssen sich die Harburger dagegen beim MidSommerLand gedulden. Die vollständige Wiedereröffnung des seit 2023 geschlossenen Bades ist inzwischen erst für das dritte Quartal 2028 vorgesehen. Bäderland führt die Verzögerung auf den strengen Winter und fehlende bautaugliche Witterung zurück. Nachdem die Arbeiten wieder möglich waren, hätten sich weitere Verschiebungen durch die Verfügbarkeit der benötigten Gewerke ergeben.
Priorität hat nach Angaben des Unternehmens zunächst die neue Schwimmhalle. Sie soll 2027 fertiggestellt werden. Auf die Frage von scharnberg.de, ob Bäderland den nun genannten Termin für die vollständige Wiedereröffnung im dritten Quartal 2028 nach aktuellem Planungsstand verbindlich einhalten könne, antwortete das Unternehmen mit Ja.
Auch überregional war die Verzögerung bereits Thema. Die MOPO berichtete im Mai, dass der lang anhaltende Winter die Arbeiten gebremst habe und die neue Trainingsschwimmhalle weiterhin Ende 2027 fertig werden solle.
Süderelbe bleibt – doch konkrete Modernisierung erst in den 2030er Jahren
Eine schnelle grundlegende Sanierung oder einen Neubau der mehr als 50 Jahre alten Schwimmhalle Süderelbe kündigt Bäderland derzeit nicht an. Das Bad sei Bestandteil des Modernisierungsplans für die kommenden acht bis zehn Jahre. Eine konkrete Projektvorbereitung sei nach den Erkenntnissen des laufenden Monitorings allerdings erst ab etwa Anfang der 2030er Jahre vorgesehen.
Damit zeichnet sich ab, dass der bestehende Standort noch mehrere Jahre weiter betrieben werden soll. Die SPD hatte zuvor davor gewarnt, mit einer neuen Lösung so lange zu warten, bis die Schwimmhalle Süderelbe zu einem immer größeren Sanierungsfall werde. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1975.
Zur Frage, wie Bäderland einen möglicherweise wachsenden Bedarf in Neugraben-Fischbek langfristig decken will, widerspricht das Unternehmen zunächst der Annahme eines bereits nachgewiesenen zusätzlichen Bedarfs. Eine Bedarfsermittlung zu dieser bislang nicht belegten Einschätzung finde derzeit statt.
Auch die ursprüngliche Idee eines gemeinsamen Kombibades für die Region bewertet Bäderland inzwischen unter veränderten Voraussetzungen. Ausgangspunkt war demnach die Überlegung, vier Bäder – zwei in Neu Wulmstorf und zwei in Neugraben – langfristig an einem gemeinsamen Standort zusammenzuführen.
Nach Darstellung Bäderlands hat sich diese Ausgangslage verändert, weil Neu Wulmstorf seine eigene Schwimmhalle langfristig erhalten will. Gleichzeitig komme eine Erweiterung der Schwimmkapazitäten in Kern-Harburg hinzu, die zum Zeitpunkt der damaligen Untersuchung noch nicht absehbar gewesen sei. Dort könnten künftig zahlreiche Belegungen übernommen und damit auch die Schwimmhalle Süderelbe entlastet werden.
Damit fällt die Antwort auf die Zukunft der Bäder im Süderelberaum differenzierter aus als noch in der politischen Forderung nach einem schnellen Kombibad in den Fischbeker Reethen. Klar ist nach den Antworten von Bäderland aber auch: Die Schwimmhalle Süderelbe bleibt langfristig Teil der Planungen – eine konkrete Projektvorbereitung für ihre Modernisierung ist jedoch erst für die kommenden 2030er Jahre vorgesehen.
