Vom Dornröschenschlaf zum Schmuckstück: Pavillon am See erhält Denkmalpreis
Harburg – Jahrzehntelang prägte der kleine Pavillon am Fuße des Schwarzenbergs das Bild an der Buxtehuder Straße, zeitweise stand das denkmalgeschützte Gebäude jedoch leer. Nach seiner umfassenden Sanierung und der Wiederbelebung als Café folgt nun eine besondere Anerkennung: Der Museumsverein Harburg hat am Mittwoch, 12. August, seinen achten Denkmalpreis an das Bezirksamt Harburg vergeben. Gewürdigt wird damit die vorbildliche Sanierung des „Pavillons am See“.
Das kleine Gebäude an der Buxtehuder Straße 35a stammt aus dem Jahr 1937. Errichtet wurde es im Stil der „traditionalistischen Moderne“ als öffentliche Bedürfnisanstalt mit Trinkhalle. Später wurde der Pavillon unter anderem als Kiosk genutzt, bevor er über längere Zeit leer stand. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und gehört dem Bezirksamt Harburg.
Für den Museumsverein ist der Pavillon nicht nur ein einzelnes historisches Gebäude. Er erinnert zugleich an die Bedeutung des Schwarzenbergparks als Naherholungsgebiet für Generationen von Harburgern.
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Aus einem lange stillen Gebäude wird wieder ein Treffpunkt
Mit der Sanierung endete der Dornröschenschlaf des Pavillons. Nach einem öffentlichen Interessenbekundungsverfahren entschied sich eine Jury für ein gastronomisches Konzept. Seit dem 21. März 2026 befindet sich dort das Café „Sweet & Salt“. Betreiber ist Rado Elmessaoudi. Das Bezirksamt bezeichnete die Wiederbelebung bereits zur Eröffnung als Beitrag zur Aufwertung der historischen Parkanlage Schwarzenberg.
Genau diese Verbindung von Denkmalschutz und neuer Nutzung überzeugte auch den Museumsverein. Die Auszeichnung soll zeigen, dass historische Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern gleichzeitig wieder zu einem lebendigen Bestandteil des Stadtteils werden kann.
„Der Erhalt und die Sanierung historischer Gebäude sind mit viel Idealismus und Engagement der Eigentümer verbunden. Der Pavillon am See ist dafür ein Vorbild“, erklärt Prof. Dr. Ing. Wolfgang Stein, Vorsitzender des Museumsvereins Harburg.
Die umsichtige Sanierung durch das Bezirksamt habe einen Ort geschaffen, der die Bedeutung der historischen Parkanlage Schwarzenberg würdige und gleichzeitig als lebendiger Treffpunkt funktioniere.
Der Museumsverein vergibt seinen Denkmalpreis, um das Bewusstsein für das baukulturelle Erbe Harburgs zu stärken und Eigentümer zum Erhalt historischer Gebäude zu ermutigen. Die Auszeichnung wurde 2015 ins Leben gerufen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der Kulturspeicher am Kaufhauskanal, die Fischhalle im Binnenhafen, der historische Eingang zum Harburger Stadtpark, der Kulturkiosk in der Blohmstraße, das Bornemannsche Haus und zuletzt die Schule am Park.
Denkmal-Plakette macht die Auszeichnung dauerhaft sichtbar
Der Denkmalpreis ist nicht mit einem Preisgeld verbunden. Stattdessen wird das ausgezeichnete Gebäude mit einer Denkmal-Plakette sichtbar gekennzeichnet. Am Mittwoch wurden die Plakette und eine Informationstafel gemeinsam mit den Beteiligten am Pavillon angebracht. Damit soll auch für Passanten erkennbar werden, welche historische Bedeutung hinter dem kleinen Gebäude steckt.
Bezirksamtsleiter Christian Carstensen nahm die Auszeichnung im Namen der Mitarbeiter des Bezirksamtes entgegen, die sich um die Sanierung gekümmert hatten.
„Für den regelmäßigen Blick auf die besonderen Gebäude im Bezirk Harburg danke ich dem Museumsverein herzlich“, erklärte Carstensen. Den Betreibern des Cafés wünsche er viel Erfolg und „aus aktuellem Anlass auch einen starken Durchhaltewillen, um diesen schönen Ort weiter mit Leben zu füllen“.
Die Geschichte des Pavillons zeigt damit eindrucksvoll, wie aus einem lange ungenutzten Denkmal wieder ein Treffpunkt werden kann. Aus der ehemaligen Trinkhalle von 1937 ist nach umfassender Sanierung ein Café geworden – und aus dem „schlummernden Schmuckstück“ nun ein ausgezeichneter Teil Harburger Stadtgeschichte. Das aktuelle gastronomische Angebot war nach Angaben des Bezirksamtes ausdrücklich als langfristige Wiederbelebung des Standortes und als Bereicherung für den Schwarzenbergpark gedacht.






Hübsches Kaffee, frag mich nur, wie bereits kurz nach Eröffnung bereits Betriebsurlaub gemacht werden kann…