Politik

Bezirkspolitiker wollen Sofortmaßnahmen für Abrigado-Gelände

Hamburg-Harburg – Die Lage rund um das Abrigado auf dem Schwarzenberg hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Anwohnerinnen und Anwohner, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler der benachbarten Schule sind in ernster Sorge um die Sicherheit auf dem täglichen Schulweg.

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Einrichtung seit 30 Jahren im Quartier – doch die Lage kippt

Das Abrigado leistet seit drei Jahrzehnten wichtige soziale Arbeit im Bereich der Drogenbetreuung. Dass ein solches Angebot im unmittelbaren Umfeld gelegentlich Spannungen erzeugen kann, ist keine neue Erfahrung. Was sich jedoch in jüngster Zeit verändert hat, geht weit über das bisher Bekannte hinaus. Die gehäuften Gewaltvorfälle und die sichtbare Not auf öffentlichen Flächen haben eine neue Qualität erreicht, die nach Einschätzung der SPD-Bezirksfraktion Harburg schnelles Handeln erfordert.

Die Sozialdemokraten wollen gemeinsam mit den anderen demokratischen Fraktionen der Bezirksversammlung Harburg konkrete Schritte einfordern: mehr Polizeipräsenz – vor allem zu Schulbeginn und Schulschluss –, konsequente Durchsetzung des bestehenden Campingverbots in der Grünanlage sowie die Einrichtung eines Dialogforums. An diesem Runden Tisch sollen Sozialbehörde, Innenbehörde, der Träger der Einrichtung, die Schulen und die Anwohnerschaft gemeinsam über Probleme und Lösungen sprechen.

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Neubau an der Buxtehuder Straße kommt – aber zu langsam

Die SPD-Fraktionsvorsitzenden Natalia Sahling und Frank Richter machen den Handlungsdruck deutlich. Richter fordert unmittelbare Maßnahmen: Platzverweis und konsequente Durchsetzung müssten das Mittel der Wahl sein, wenn Menschen illegal in der Grünanlage campieren oder Drogen in Hauseingängen konsumieren. Kinder dürften nicht täglich an Menschen vorbeigehen müssen, die ihren Rausch im Bereich der Schulzugänge ausschlafen.

Sahling verweist auf eine strukturelle Ursache: Die Kapazität des Abrigado reiche schlicht nicht mehr aus, weshalb bereits entschieden worden sei, an der Buxtehuder Straße einen größeren Ersatzstandort zu errichten. Dieser Neubau soll verhindern, dass sich der Druck ins umliegende Quartier verlagert. Doch der Fortschritt gehe zu langsam voran. Die SPD werde sich gegenüber der Sozialbehörde für eine deutliche Beschleunigung einsetzen, damit Anwohnende, Schulen und der Schwarzenberg insgesamt eine klare zeitliche Perspektive erhalten.

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Portrait
Jo Riehle

Grüne befürchten Akzeptanzverlust auch am neuen Standort

Der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Jo Riehle, verurtelt die Eskalationen rund um das Abrigado. Politik und Bezirk müssen hier schnell und mit Augenmass reagieren. Hier müssen dringend und sofort Maßnahmen – unter Beteiligung der betroffenen Einrichtungen – ergriffen und durchgesetzt werden. Die Fraktion der Grünen Harburgs ist im Gespräch mit den anderen demokratischen Fraktionen. Das Thema wird politisch noch vor der Sommerpause mit Dringlichkeit in den entsprechenden Ausschüssen, der Sicherheitskonferenz und voraussichtlich in der Bezirksversammlung behandelt. Hier ist allerdings nicht nur der momentane Eskalationsaspekt zu betrachten. Es steht gleichermaßen die Akzeptanz der neuen Einrichtung des Abrigado auf dem Spiel, der anstehende Umzug muss mit Priorität und Fokus vorangetrieben und begleitet werden, so der Sprecher.

Debatte beschleunigen und mit Fakten untermauern

Die Wahlkreisabgeordnete der CDU hat die Vorfälle zum Anlass einer kleinen Anfrage mit dem Titel: Tatort Harburg – Hintergründe zu den Schüssen am „Abrigado“ genommen. So möchte sie vom Senat nähere Hintergründe zum Tatgeschehen, den Beeinträchtigungen sowie den Tatverdächtigen erfahren. Birgit Stöver ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und möchte die Debatte mit Fakten untermauern und beschleunigen, das sagt Florian Burgemeister, der Kreisgeschäftsführer der CDU.

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Ein Kommentar

  1. Es gibt nicht zu wenig Geld auf der Welt, sondern immer wenige haben viel zu viel. Damit das auch so bleibt, haben Staaten nur gerade genug Geld, die Armen zu bekämpfen und die noch nicht Armen gegen die Armen auf zu hetzen, statt die Armut zu bekämpfen.

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