665 Einsätze in einem Jahr: DRK-Krisenteam in Hamburg ständig am Limit
Hamburg-Harburg – Wenn Menschen von einem plötzlichen Todesfall, einer Gewalttat oder einem schweren Unfall erschüttert werden, ist das Kriseninterventionsteam des DRK Hamburg oft einer der ersten Ansprechpartner. Unter der Leitung von Malte Stüben blickt das Team erneut auf ein Jahr mit Rekordzahlen zurück. 665 Einsätze verzeichnete das KIT im Jahr 2025. Für ein Team, das aus derzeit 55 ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, ist das eine enorme Belastung.
„Wir leisten psychosoziale Akuthilfe“, sagt Malte Stüben. „Unsere Ehrenamtlichen betreuen Angehörige unmittelbar nach einem plötzlichen Todesfall, Augenzeugen einer Gewalttat oder schockierte Unfallbeteiligte. Wir leisten Erste Hilfe für die Seele.“ Alarmiert wird das Team in den meisten Fällen direkt durch die Hamburger Polizei.
Um die Versorgung trotz der steigenden Einsatzzahlen sicherzustellen, wurde die Zahl der in Bereitschaft stehenden Mitglieder im vergangenen Jahr von zwei auf drei erhöht. Gemeinsam mit der Führungskräfte-Bereitschaft stehen damit nun rund um die Uhr mindestens vier Kriseninterventionskräfte zur Verfügung. Im Jahr 2025 kamen so mehr als 35.000 Bereitschaftsstunden zusammen.
Ein großer Teil der Einsätze besteht in der Begleitung von Polizeibeamten bei der Überbringung von Todesnachrichten und der anschließenden Betreuung der Betroffenen. Doch auch bei größeren Schadenslagen ist das Team gefragt. So waren die Helfer unter anderem beim Großbrand auf der Veddel im August im Einsatz. Ebenso betreuten sie Augenzeugen von Gewalttaten, etwa nach der Messerstecherei im Harburger Phoenix-Center im Sommer des vergangenen Jahres.
Besonders auffällig war im Jahr 2025 erneut die Zahl der betreuten Kinder und Jugendlichen. In 241 Fällen waren Betroffene unter 18 Jahren involviert. Im Jahr zuvor war diese Zahl noch deutlich von 256 auf 173 gesunken, nun ist sie wieder spürbar angestiegen.
Das Kriseninterventionsteam ist für ganz Hamburg zuständig und organisatorisch Teil des DRK Hamburg-Harburg. Aktuell gehören 55 Mitglieder und vier Einsatzfahrzeuge dazu. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich. Ausstattung, Qualifizierung und Betreuung des Teams werden aus Spenden finanziert.
Wer die Arbeit des Kriseninterventionsteams unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende an das DRK Hamburg-Harburg tun. Angesichts der erneut gestiegenen Einsatzzahlen wird deutlich, wie wichtig diese Hilfe für Menschen in akuten Ausnahmesituationen in Hamburg ist.


