Politik

Wohnungsbau: FDP Harburg fordert weniger Bürokratie, mehr Tempo

Harburg – Der Wohnungsbau in Hamburg stockt. Hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren und fehlende Planungssicherheit bremsen Investitionen aus. Wie diese Entwicklung gestoppt werden kann, diskutierte der FDP-Bezirksverband Harburg mit Fachleuten aus Verwaltung, Bauwirtschaft und Projektentwicklung unter dem Titel „Wohnraumkrise gemeinsam lösen – Perspektiven für eine zukunftsfähige Baupolitik“.

Mehr Tempo durch weniger Hürden

Rund 30 Gäste folgten der Einladung, darunter Christian Carstensen (Bezirksamtsleiter), Bettina Husemann (P3 Pekrul ProjektPartner), Carsten Joost (AUG. PRIEN blu) und Thomas Möller (GROTH-Gruppe). Die Diskussion machte deutlich: Nicht fehlende Flächen, sondern langwierige Verfahren, hohe Risiken und politische Unsicherheit bremsen den Wohnungsbau. Projektentwickler Carsten Joost forderte einen Perspektivwechsel: „Wenn Bauen günstiger werden soll, müssen alle Beteiligten an den Schnittstellen zusammenarbeiten.“ Hamburg habe kein Flächenproblem, so Joost, und könnte an vielen Stellen sechs Geschosse bauen.

Planrecht schaffen statt Projekte ausbremsen

Thomas Möller betonte, die öffentliche Hand müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen: „Die Chance der Kommune ist es, Planrecht zu schaffen. Die Wohnungswirtschaft muss auf fertiges Planrecht treffen.“ Kritisch bewertete er die Erbpacht, die Investitionen hemme. Auch die hohen Bauzinsen durch Staatsverschuldung trieben letztlich die Mieten in die Höhe.

Schneller genehmigen, mutiger entwickeln Bettina Husemann plädierte für konsequentere Nutzung von Potenzialen, etwa durch Hochhäuser in Harvestehude oder Entwicklungen im Harburger Binnenhafen. Die Dauer der Genehmigungsverfahren sei ein zentrales Problem: „Die Verwaltung muss schneller arbeiten und weniger fordern.“ Bezirksamtsleiter Christian Carstensen warnte davor, gesetzliche Rahmenbedingungen ständig zu ändern: „Planungssicherheit ist ein wesentlicher Standortfaktor.“

Harburg will Impulse setzen Am Ende herrschte Einigkeit: Der Wohnungsbau braucht weniger ideologische Debatten und mehr Kooperation. Julius Möller, FDP-Bezirksvorsitzender, fasste zusammen: „Wenn der Senat den Wohnungsbau weiter ausbremst, müssen die Bezirke Verantwortung übernehmen. Harburg hat gezeigt, dass Verwaltung, Bauwirtschaft und Politik gemeinsam Lösungen erarbeiten können.“

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