Politik

Sorge um alte Häuser im Phoenix-Viertel: SPD fordert Aufklärung über Gebäudezustand

Hamburg-Harburg – Bröckelnde Fassaden, sanierungsbedürftige Altbauten und die Sorge um die Sicherheit der Bewohner: Der bauliche Zustand älterer Wohnhäuser im Harburger Phoenix-Viertel rückt zunehmend in den politischen Fokus. Nachdem zuletzt die Zwangsräumung einsturzgefährdeter Gebäude in Hamburg-Altona für Schlagzeilen gesorgt hatte, will die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg nun genauer wissen, wie es um die Bausubstanz im Phoenix-Viertel bestellt ist. Ein entsprechender Antrag wurde bereits im Hauptausschuss der Bezirksversammlung beschlossen.

Das Phoenix-Viertel ist geprägt von zahlreichen historischen Wohnhäusern, die teilweise mehr als 100 Jahre alt sind. Während viele dieser Gebäude den besonderen Charakter des Stadtteils ausmachen, befinden sich einige sichtbar in einem schlechten Erhaltungszustand. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch die kürzlich erfolgte Begehung eines älteren Wohnhauses in der Reinholdstraße, dessen baulicher Zustand Anlass zur Überprüfung gegeben hatte.

Die Ereignisse in Altona, wo einsturzgefährdete Gebäude zwangsweise geräumt werden mussten, werfen deshalb auch in Harburg Fragen auf. Wie steht es um die Sicherheit älterer Wohnhäuser? Werden bestehende Mängel rechtzeitig erkannt? Und welche Möglichkeiten haben die Behörden, um eine weitere Verschlechterung der Bausubstanz zu verhindern?

Wohnraumschutz soll Bewohner vor gefährlichen Zuständen schützen

Grundlage für den behördlichen Umgang mit problematischen Wohnverhältnissen ist das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz. Es verpflichtet Eigentümer dazu, Wohnungen in einem Zustand zu erhalten, der eine Nutzung ohne erhebliche Beeinträchtigungen ermöglicht. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit der Bewohner, sondern auch darum, den Verfall oder die Zweckentfremdung von Wohnraum zu verhindern.

Die zuständige Fachstelle für Wohnraumschutz beim Bezirksamt kann tätig werden, wenn Wohnungen erhebliche Mängel aufweisen oder grundlegende Anforderungen an zumutbare Wohnverhältnisse nicht mehr erfüllen. In solchen Fällen können notwendige Instandsetzungsarbeiten angeordnet werden. Auch wenn die weitere Nutzung einer Wohnung durch bauliche Mängel erheblich gefährdet ist, sieht das Gesetz behördliche Maßnahmen vor.

Gerade in Stadtteilen mit einem hohen Anteil älterer Gebäude kommt diesen Kontrollen eine besondere Bedeutung zu. Denn nicht jeder bauliche Mangel ist von außen erkennbar. Gleichzeitig bedeutet eine sanierungsbedürftige Fassade nicht automatisch, dass ein Gebäude unbewohnbar oder einsturzgefährdet ist. Entscheidend ist deshalb eine fachliche Bewertung des tatsächlichen Zustands.

SPD will wissen, wo im Phoenix-Viertel Handlungsbedarf besteht

Mit dem vom Hauptausschuss beschlossenen Antrag fordert die SPD-Fraktion einen Bericht der Fachstelle für Wohnraumschutz über den Zustand der Häuser im Phoenix-Viertel. Die Bezirkspolitiker wollen sich damit einen besseren Überblick über bestehende Probleme und mögliche Risiken verschaffen.

Nicole Hartmann, SPD-Fachsprecherin im Regionalausschuss Harburg, hält eine umfassende Bestandsaufnahme für notwendig. „Wir brauchen diesen Überblick. Es ist bekannt, dass es an einigen Stellen im Phoenix-Viertel erhebliche Probleme mit dem baulichen Zustand von Gebäuden gibt. Wir hoffen, dadurch eine Vorstellung zu bekommen, wie extreme Fälle wie die in Altona bei uns in Harburg verhindert werden können“, erklärt sie.

Der angeforderte Bericht soll nun eine Grundlage dafür schaffen, die Situation im Phoenix-Viertel besser einzuschätzen. Ob und in welchem Umfang daraus weitere Kontrollen oder konkrete Maßnahmen entstehen, ist derzeit noch offen.

Für die Bewohner des traditionsreichen Harburger Stadtteils dürfte vor allem eines von Bedeutung sein: dass mögliche Gefahren frühzeitig erkannt und notwendige Instandsetzungen nicht erst dann veranlasst werden, wenn Gebäude bereits gravierende Schäden aufweisen. Der Vorstoß der SPD soll dazu beitragen, problematische Entwicklungen rechtzeitig sichtbar zu machen und den vorhandenen Wohnraum langfristig zu sichern.

Redaktion

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