Harburg – Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um beim Blick auf die Preistafeln der Tankstellen in diesen Tagen einen stechenden Schmerz in der Magengegend zu verspüren. Es ist nicht mehr nur der normale Marktmechanismus, der uns hier den Schweiß auf die Stirn treibt. Es fühlt sich vielmehr so an, als säßen in den gläsernen Chefetagen…
Es ist an der Zeit, dieses Gebaren beim Namen zu nennen: Es ist eine Umverteilung von unten nach ganz oben, getarnt als Wirtschaftsdynamik.
Jawoll. Und nicht nur das. Es ist das erklärte Ziel aller "bürgerlichen Parteien" und des rechts anschließenden Spektrums, exorbitante Gewinne zu ermöglichen und die Gewinner vor Unbill zu bewahren. Darum nennen sie sich konservativ (lat. konservare = bewahren).
Man muss auch kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu bemerken, dass bestimmte Narrative mantraartig gepredigt werden. Zum Beispiel, dass Demokratie und Kapitalismus zusammengehören und dass Demokratie auf anderer Basis nicht denkbar ist. Betonköpfe beherrschen die Welt, und sie werden verdammt ungehalten, wenn man ihr Treiben hinterfragt.
Was mich ein wenig mutlos macht, ist die Gewissheit, dass sich in jedem politischen System Eliten bilden... und die Mehrzahl der Menschen auf Erden hat nicht einmal die Wahl, von wem sie sich drangsalieren lassen will.
Eigentlich ist das Thema doch müßig. Seit der Ölkrise in den 1970ern sollte jedem politischen Entscheider klar sein, dass hier alle am Gängelband der Fossilenergien hängen. Was wäre denn heute, wenn deutsche Regierungen so gehandelt hätten wie die Schweden? Da sind Gas- und Ölheizungen längst tabu und 90% der Autos fahren elektrisch, während die Deutschen sich damit aufgehalten haben, zu erklären, warum alles Mögliche nicht geht.
Und statt spätestens jetzt aus dem Knick zu kommen, favorisiert der Wähler Politikangebote, die bestenfalls den Status Quo verwalten wollen.
Fortschritt?
Wir doch nicht!
Und dann will es keiner gewesen sein...
