Industrie unter Druck: FDP fordert Tempo bei Energie, Hafen und Infrastruktur
Harburg – Hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren und Defizite bei der Infrastruktur setzen Industrie und Hafenwirtschaft aus Sicht der FDP zunehmend unter Druck. Bei Besuchen des Aluminiumherstellers TRIMET in Harburg und des HHLA Container Terminals Altenwerder informierten sich die Europaabgeordnete Svenja Hahn und Dirk Kannengießer, Vorsitzender der FDP-Fraktion Harburg, über die aktuellen Herausforderungen der Unternehmen.
Bei TRIMET stand insbesondere die Zukunft energieintensiver Industrie im Mittelpunkt. Das Hamburger Aluminiumwerk beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und produziert nach Unternehmensangaben jährlich etwa 135.000 Tonnen Elektrolysealuminium. Für einen solchen Produktionsstandort spielen Strompreise und die Leistungsfähigkeit der Energienetze eine zentrale Rolle.
„Gerade energieintensive Unternehmen brauchen bezahlbaren Strom und Planungssicherheit. Das sichert Jobs und den Erfolg unserer Stadt“, erklärte Hahn. Energiepolitik und Netzausbau müssten stärker zusammengedacht werden.
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Kannengießer sieht darin auch eine unmittelbar Harburger Aufgabe: „Der Besuch bei TRIMET zeigt: Industriepolitik ist auch Standortpolitik für Harburg.“ Hamburg müsse insbesondere beim Netzausbau und bei Genehmigungsverfahren schneller werden, damit Investitionen für Unternehmen attraktiv blieben.
Europas Handel trifft in Altenwerder auf hochautomatisierte Technik
Anschließend besuchten Hahn und Kannengießer das Container Terminal Altenwerder. Dort informierte Johannes Berg, Director Corporate Affairs der HHLA, über die Entwicklung des Hamburger Hafens sowie die Modernisierung und Automatisierung der Terminals.
Das CTA gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Anlagen im Hamburger Hafen. Fahrerlose Transportfahrzeuge und automatisierte Lagertechnik gehören dort längst zum Alltag. 2026 wurde die Modernisierung weiter vorangetrieben: Unter anderem gingen ein privates 5G-Campus-Netz sowie neue ferngesteuerte Anlagen in Betrieb.
Neben der technischen Entwicklung ging es bei dem Besuch um leistungsfähige Straßen- und Schienenverbindungen, die Sicherheit kritischer Infrastruktur sowie die Auswirkungen zunehmender Automatisierung auf die Arbeitsplätze im Hafen.
Für Hahn haben diese Fragen eine europäische Dimension. Die FDP-Politikerin gehört im Europäischen Parlament sowohl dem Ausschuss für internationalen Handel als auch dem Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz an.
„Ein leistungsfähiger Hafen ist Teil der europäischen Wettbewerbsfähigkeit“, betonte Hahn. Hamburg brauche offene Märkte, verlässliche Handelsbeziehungen und sichere Hafenanlagen. Gleichzeitig müsse der Wandel der Arbeitsplätze politisch begleitet werden.
Neue Handelsabkommen seien nach Ansicht der Europaabgeordneten wichtig, um Lieferketten breiter aufzustellen, neue Partnerschaften zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu sichern.
FDP fordert Investitionen statt neuer Hürden
Dass die Hafenwirtschaft derzeit vor erheblichen Herausforderungen steht, zeigen auch die Zahlen der HHLA. An den Hamburger Containerterminals wurden im ersten Quartal 2026 rund 1,374 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Das waren 6,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die HHLA führte den Rückgang insbesondere auf die starken winterlichen Witterungseinflüsse zu Jahresbeginn zurück.
Für Harburg ist die Verbindung zwischen Hafen und Industrie besonders eng. Mit dem Container Terminal Altenwerder liegt ein wichtiger Umschlagplatz direkt im Bezirk. Leistungsfähige Straßen und Schienen südlich der Elbe sind damit nicht nur für die örtliche Wirtschaft, sondern für den gesamten Hamburger Hafen von Bedeutung.
„Wir brauchen Unternehmen, die in Hamburg produzieren, und einen Hafen, der sie mit den Weltmärkten verbindet“, fasste Kannengießer zusammen.
Die FDP fordert deshalb wettbewerbsfähige Energiepreise, einen schnelleren Netzausbau, kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie. Gleichzeitig müssten Schienen, Straßen, Terminals und digitale Infrastruktur weiter ausgebaut werden.






