Landkreis Stade

Historischer Schritt für Kinderrechte: Landkreis Stade erhält bundesweit erstes Siegel

Stade – Ein bundesweit einmaliger Schritt für mehr Kinderrechte: Der Landkreis Stade ist am Sonntag, 20. September 2026, dem Weltkindertag, als erster Landkreis in Deutschland mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird damit ein Aktionsplan, mit dem die UN-Kinderrechtskonvention stärker im Handeln des Landkreises verankert werden soll. Zugleich verpflichtet sich der Landkreis zu einer regelmäßigen Überprüfung der vereinbarten Ziele.

Vergeben wird das Siegel vom Verein Kinderfreundliche Kommunen, der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragen wird. Der Landkreis Stade hatte bereits 2024 als erster Landkreis in Deutschland am Modellvorhaben „Kinderfreundliche Landkreise“ teilgenommen und sich damit auf den Weg zur Zertifizierung gemacht.

Kinder und Jugendliche sollen stärker mitentscheiden

Im Mittelpunkt des Aktionsplans steht die Beteiligung junger Menschen an Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen. Vorgesehen sind unter anderem neue Beteiligungsformate, ein kreisweites Beteiligungskonzept und eine stärkere Einbindung des Kreisschülerrats. Hinzu kommen Maßnahmen für eine landkreisweite offene Jugendarbeit, bessere Zugänge zu Freizeitorten und die Förderung aktiver Mobilität.

Landrat Kai Seefried erklärte anlässlich der Auszeichnung: „Wir rücken die Kinderrechte ins Zentrum unseres Handelns.“ Anliegen und Ideen von Kindern und Jugendlichen sollen nach seinen Worten kontinuierlich in Entscheidungsprozesse des Landkreises einfließen. Seefried bezeichnete die Umsetzung zugleich als anspruchsvollen Weg und dankte allen Beteiligten für ihre Unterstützung.

Auch Mareike Wulf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Kinderchancen-Koordinatorin der Bundesregierung, hob die Bedeutung der Beteiligung hervor. Kinderrechte müssten dort sichtbar und wirksam werden, wo junge Menschen ihren Alltag verbringen – etwa in Familie, Kita, Schule, Verein und Kommunalpolitik.

Drei Jahre Zeit für die Umsetzung des Aktionsplans

Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ erstreckt sich über vier Jahre. Im ersten Jahr werden der Ist-Zustand untersucht, Kinder und Jugendliche beteiligt und daraus ein Aktionsplan entwickelt. Nach dessen politischer Bestätigung und Prüfung durch den Verein wird das Siegel für drei Jahre vergeben. In dieser Zeit sollen die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt werden. Anschließend kann die Teilnahme verlängert werden.

Mehr als 60 Städte, Gemeinden und Landkreise haben sich dem Programm inzwischen angeschlossen. Zu ihnen gehören unter anderem Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Vorhaben orientiert sich an der internationalen „Child Friendly Cities Initiative“ von UNICEF und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Mit der Auszeichnung übernimmt der Landkreis Stade nun eine besondere Rolle: Er ist bundesweit der erste Landkreis, der den gesamten Weg bis zum Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ abgeschlossen hat.

Redaktion

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Ein Kommentar

  1. Im Ansatz nicht schlecht. Es zeigt aber auch, wie weit der Weg zur Kinderfreundlichkeit noch ist. Da muss gesellschaftlich sehr viel passieren. Ich würde mir eine weitaus konsequentere Umsetzung der Kinderrechte wünschen und im Verkehrsbereich anfangen. Nehmen wir die Messstationen für die Luftschadstoffwerte. Warum sind die Ansaugstutzen immer über Erwachsenen-Kopfhöhe und nie in der Nähe stark belasteter Kreuzungen? Man sollte in 80 cm Höhe messen, da haben Kinder ihre Atemöffnungen.Das Erste was einem Kind beigebracht wird, sobald es laufen kann, ist, dass Autos gefährlich sind. Hier wird noch nicht mal drüber nachgedacht, ob man daraus vielleicht Konsequenzen ziehen könnte.Wer wirklich kinderfreundlich denkt, würde das gesamte Verkehrssystem auf die Schwächsten im Straßenverkehr ausrichten. Dann würde die Welt hier aber anders aussehen. Die Amerikaner haben zwar teilweise schwer was an der Waffel, aber wenn da ein Schulbus stehenbleibt und warnblinkt, ruht der gesamte Verkehr drumrum, bis der Bus wieder losfährt. Man stelle sich das hier vor.Aber trotzdem, die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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