Hebammenhilfe auch für Süderelbe: SPD fordert Ausbau des Harburger Erfolgsmodells
Harburg – Das erst im Mai eröffnete Hebammenzentrum am Sand soll nach dem Willen der SPD-Bezirksfraktion künftig auch Familien in Süderelbe stärker erreichen. Die gesundheitspolitische Sprecherin Eftichia Olowson-Saviolaki fordert eine Ausweitung des Angebots in Richtung Neuwiedenthal und Neugraben-Fischbek. Hintergrund seien eine hohe Nachfrage und begrenzte Kapazitäten am bisherigen Standort.
Das Hebammenzentrum wurde am 21. Mai 2026 als erstes seiner Art in Hamburg eröffnet. Dort arbeiten derzeit mehrere freiberufliche Hebammen gemeinsam mit einer Koordinatorin und einer Verwaltungskraft. Angeboten werden unter anderem Schwangerenvorsorge, Beratung, Wochenbettbetreuung sowie Still- und Ernährungsberatung. Schon bei der Eröffnung hatte die Sozialbehörde angekündigt, das Angebot perspektivisch ausbauen zu wollen.
Harburg hatte besonders große Versorgungslücken
Grundlage für die Einrichtung waren unter anderem deutliche Unterschiede bei der Hebammenversorgung innerhalb Hamburgs. Eine Auswertung für das Jahr 2018 ergab, dass im Bezirk Harburg lediglich acht Prozent der Mütter mit Säuglingen nach der Geburt durch die damals befragten freiberuflichen Hebammen betreut wurden. Damit lag Harburg im Bezirksvergleich am niedrigsten. Die Daten beruhen allerdings auf einer Erhebung aus dem Jahr 2018 und bilden nicht die heutige Versorgungslage ab.
Nach Angaben der SPD wird das neue Zentrum inzwischen so stark nachgefragt, dass Wartelisten entstehen. Familien aus Neuwiedenthal und Neugraben-Fischbek könnten aufgrund der begrenzten Kapazitäten derzeit nicht ausreichend erreicht werden. Auch finde die Beratung überwiegend im Zentrum am Sand und nicht im häuslichen Umfeld statt.
„Hebammenversorgung ist keine freiwillige Zusatzleistung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung und eine konkrete Unterstützung für Familien“, erklärt Olowson-Saviolaki. Gerade eine wohnortnahe Betreuung sei aus Sicht der SPD wichtig, insbesondere wenn Familien zusätzliche soziale oder gesundheitliche Belastungen bewältigen müssten.
Die SPD möchte deshalb erreichen, dass die bislang auf Harburg konzentrierte Struktur perspektivisch auf Süderelbe ausgeweitet wird. Wie eine solche Erweiterung konkret aussehen und finanziert werden könnte, ist bislang offen.
