Bremer Straße: Nächste Verzögerung bei der Sanierung sorgt für neue Kritik
Harburg – Die umfassende Sanierung der Bremer Straße zwischen Sunderweg und Harburger Umgehung lässt weiter auf sich warten. Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete André Trepoll kritisiert nach einer aktuellen Senatsantwort erneut Verzögerungen bei dem für den Hamburger Süden wichtigen Straßenbauprojekt. Einen endgültig feststehenden Starttermin gibt es weiterhin nicht: Während der LSBG derzeit von einem voraussichtlichen Beginn Mitte 2027 spricht, nennt die zentrale Projektseite der Stadt einen Start nach Abschluss des Harburger Doppelknotens im Herbst 2027.
Die Bremer Straße gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen Harburgs und weist nach Angaben des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer deutliche Schäden wie Risse, Schlaglöcher und Spurrillen auf. Auf rund 3,3 Kilometern sollen die Bremer Straße und Hohe Straße zwischen Sunderweg und dem Beginn der Harburger Umgehung umfassend erneuert werden. Neben den Fahrbahnen sind Arbeiten an Geh- und Radwegen, Bushaltestellen und der Entwässerung vorgesehen.
Trepoll fordert schnell Klarheit über den Zeitplan
Die eigentliche Grundinstandsetzung dieses Abschnitts war bereits mehrfach für frühere Zeiträume angekündigt worden. Noch im August 2024 hatte die Verkehrsbehörde einen Beginn ab Herbst 2025 genannt. Inzwischen wurde das Vorhaben erneut nach hinten verschoben. Als Grund nennt die Stadt die Priorisierung des Umbaus am Harburger Doppelknoten rund um den ZOB. Dieser soll nun ohne aufwendige Zwischenlösungen in einem Zug fertiggestellt werden. Erst anschließend soll die Sanierung der Bremer Straße folgen.
Trepoll fordert angesichts der erneuten Verschiebung mehr Planungssicherheit für Anwohner, Gewerbetreibende und Pendler. „Die Sanierung der Bremer Straße darf nicht zu einer unendlichen Geschichte mit ungewissem Ausgang werden“, erklärt der CDU-Abgeordnete. Wegen der großen verkehrlichen Bedeutung müsse schnell geklärt werden, wann welche Arbeiten stattfinden. Zugleich spricht er sich für Mehrschichtbetrieb und Arbeiten an Wochenenden aus, um die spätere Bauzeit möglichst kurz zu halten.
Die Stadt verweist dagegen auf die notwendige Abstimmung mehrerer großer Verkehrsprojekte. Nach aktueller Planung soll der Doppelknoten bis Herbst 2027 umgebaut werden. Die Arbeiten an der Bremer Straße werden nach Angaben der Verwaltung mit weiteren Maßnahmen im Hamburger Süden und auf dem Autobahnnetz koordiniert, damit die Verkehrsbelastungen nicht gleichzeitig zu groß werden.
Südlicher Abschnitt der Bremer Straße wird bereits saniert
An anderer Stelle des Großprojekts geht es dagegen sichtbar voran. Die Arbeiten der Autobahn GmbH am südlichen Abschnitt der Bremer Straße zwischen der A261-Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf/Lürade und dem Bereich Bremer Straße 343 laufen seit dem 16. Februar 2026. Neben der Fahrbahn werden dort unter anderem Schutzeinrichtungen, das Brückenbauwerk über die A7 sowie Entwässerungs- und Regenwasserbehandlungsanlagen erneuert. Die Arbeiten sollen nach derzeitiger Planung bis Ende 2026 abgeschlossen werden.
Seit Ende August läuft dort eine weitere Bauphase. Dabei wurde die Verkehrsführung erneut verändert, die Maldfeldstraße wieder an die Bremer Straße angeschlossen und die Verbindung Richtung Tötensen wieder geöffnet. Die Bremer Straße bleibt während der Arbeiten grundsätzlich in beiden Richtungen befahrbar, jeweils mit angepasster Verkehrsführung.
Auch die Arbeiten von HAMBURG WASSER an den Trinkwasserleitungen sind nach Angaben der Stadt inzwischen abgeschlossen. Damit ist ein weiterer vorbereitender Baustein des gesamten Maßnahmenpakets erledigt.
Trepoll erkennt die Fortschritte bei diesen Abschnitten an, sieht nun aber vor allem den LSBG und die Stadt in der Pflicht. Wann die rund 3,3 Kilometer lange Grundinstandsetzung zwischen Sunderweg und Harburger Umgehung tatsächlich beginnt und welche Verkehrsführung während der Bauzeit gilt, bleibt damit weiterhin Gegenstand der laufenden Planung.
