DAMALS IM SÜDEN

Damals im Süden: Als Hamburg nach 44 Jahren einen CDU-Bürgermeister bekam

Hamburg – Ein politischer Machtwechsel und ein kirchlicher Umbruch prägen den historischen Rückblick auf diesen 31. Oktober. Vor 25 Jahren wurde Ole von Beust zum Ersten Bürgermeister Hamburgs gewählt. Vor 509 Jahren brachte Martin Luther seine Kritik am Ablasshandel auf den Weg – ein entscheidender Anstoß für die Reformation.

2001: Ole von Beust beendet die SPD-Regierungszeit

Am 31. Oktober 2001 wählte die Hamburgische Bürgerschaft den CDU-Politiker Ole von Beust zum Ersten Bürgermeister. Damit endeten 44 Jahre, in denen die SPD den Hamburger Regierungschef gestellt hatte. Von Beust löste Ortwin Runde ab, der seit 1997 im Amt gewesen war.

Die CDU hatte bei der Bürgerschaftswahl am 23. September 2001 lediglich 26,2 Prozent erreicht. Den Regierungswechsel ermöglichte ein Bündnis mit der FDP und der rechtspopulistischen Partei Rechtsstaatlicher Offensive. Die nach ihrem Gründer Ronald Schill benannte Partei hatte aus dem Stand 19,4 Prozent der Stimmen gewonnen. Schill wurde Innensenator und Zweiter Bürgermeister.

Das Bündnis hielt keine volle Wahlperiode. Im August 2003 entließ von Beust seinen Stellvertreter Schill, später zerbrach die Koalition. Bei der vorgezogenen Bürgerschaftswahl 2004 gewann die CDU die absolute Mehrheit. Der Machtwechsel von 2001 wurde damit zum Ausgangspunkt einer neuen politischen Phase in Hamburg.

1517: Luthers Thesen stoßen die Reformation an

Am 31. Oktober 1517 schrieb der Wittenberger Theologieprofessor Martin Luther an den Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Dem Schreiben fügte er seine 95 Thesen bei, in denen er sich gegen Missstände beim kirchlichen Ablasshandel wandte. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Buße und Vergebung zu verstehen seien.

Historisch belegt ist der Brief an den Erzbischof. Ob Luther die Thesen an diesem Tag auch eigenhändig an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist dagegen umstritten. Zunächst ging es ihm um eine theologische Auseinandersetzung und Reformen innerhalb der Kirche.

Durch den Buchdruck verbreiteten sich seine Gedanken weit über Wittenberg hinaus. Die daraus entstandene Reformation veränderte Kirche, Politik, Bildung und Gesellschaft – auch in Hamburg und Harburg, wo sich im 16. Jahrhundert die evangelische Lehre durchsetzte. An diesen Umbruch erinnert der Reformationstag, der in Hamburg seit 2018 dauerhaft gesetzlicher Feiertag ist.

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