„Wanderpredigerin der Lebenslust“: Hubertus Meyer-Burckhardt begeistert im DRK-Hospiz
Harburg – Ein volles Haus an der Außenmühle: Rund 100 Gäste folgten am vergangenen Montag der Einladung des DRK-Hospizes für Hamburgs Süden. Stargast des Abends war NDR-Talkmaster und Bestsellerautor Hubertus Meyer-Burckhardt, der mit einer sehr persönlichen Lesung Einblicke in sein Leben und seine Familiengeschichte gab.
Der Saal an der Rote-Kreuz-Straße war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Meyer-Burckhardt aus seinem aktuellen Buch „Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts“ las. Der Autor, der das Harburger Hospiz seit längerem unterstützt, widmete den Abend vor allem der Erinnerung an seine Großmutter „Osi“.
Zwischen Melancholie und Lebensfreude
Britta True, Leiterin des Hospizes, schlug zur Eröffnung die Brücke zwischen dem Buchtitel und der täglichen Hospiz-Arbeit: „Auch bei uns stellt sich oft die Frage, wie wir mit den Dingen umgehen, die wir nicht kontrollieren können.“ Meyer-Burckhardt antwortete darauf mit der Geschichte seiner Großmutter, die er als „Verfechterin der Gegenwart“ beschrieb.
Obwohl sie bereits seit fast 40 Jahren verstorben ist, zeichnete er ein lebendiges Bild einer Frau, die:
- mit Berliner Dialekt pointiert erzählen konnte,
- leidenschaftlich kontrovers diskutierte,
- und als „Wanderpredigerin der Lebenslust“ auch einem Flirt in ihrer geliebten Weinstube nie abgeneigt war.
„Den Tagen mehr Leben geben“
Thorben Goebel-Hansen, Geschäftsführer des DRK-Hospizes, betonte im Rahmen der Veranstaltung das zentrale Motto der Einrichtung: „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber wir können den Tagen mehr Leben geben.“ Die Lesung von Meyer-Burckhardt, die trotz der ernsten Themen Tod und Abschied von Humor und Optimismus geprägt war, unterstrich diesen Anspruch auf beeindruckende Weise.
Im Anschluss an die Lesung blieb der Autor noch für persönliche Gespräche mit den Besuchern in lockerer Atmosphäre im Saal.
Hintergrund zum DRK-Hospiz: Das Hospiz für Hamburgs Süden bietet Menschen in ihrer letzten Lebensphase eine würdevolle Betreuung. Die Einrichtung ist auf Spenden und ehrenamtliches Engagement angewiesen.


