Historische Schätze für Stade: Stadtarchiv erhält seltene Dokumente aus dem 18. Jahrhundert
Stade – Wertvoller Zuwachs für das Stadtarchiv der Hansestadt Stade: Mit einer besonderen Schenkung sind jetzt historische Dokumente aus dem 18. Jahrhundert in die Sammlung aufgenommen worden. Die Unterlagen liefern spannende Einblicke in Politik, Wirtschaft und Alltagsleben vergangener Zeiten.
Übergeben wurde der Bestand von Jörg Girmann, der viele Jahre im Archivdienst der Hannoverschen Landeskirche tätig war. Die Dokumente stammen aus einem privaten Familienarchiv, das über Generationen hinweg sorgfältig gepflegt wurde. Entsprechend gut ist ihr Zustand – ein Umstand, der im Archivalltag nicht selbstverständlich ist.
Im Mittelpunkt der Unterlagen steht die Familie Schultz, deren Name in unterschiedlichen Schreibweisen auftaucht. Die Dokumente geben unter anderem Auskunft über Einkünfte, etwa aus dem Betrieb der Harschenflether Schleuse, sowie über Rechtsgeschäfte, den Stader Walfang und sogar über die Bestellung von Kleidung. Gerade diese Details eröffnen lebendige Einblicke in den Alltag: So ist überliefert, dass hochwertige Stoffe wie Kattun, Seide und Fischbein verwendet wurden.
Auch historisch bedeutsame Bezüge finden sich: Johann Schultz war Mitglied der sogenannten Achtmänner, einer seit 1604 bestehenden Institution mit beratender und kontrollierender Funktion gegenüber dem Rat der Stadt. Zu ihm lagen bislang nur wenige Informationen vor, sodass die neuen Dokumente eine wichtige Ergänzung darstellen.
Das Stadtarchiv hofft nun auf weitere Funde aus privater Hand. Besonders gut erhaltene Unterlagen aus der Geschichte regionaler Betriebe und Familien sind für die historische Aufarbeitung von großem Wert.


