
Zwei Jahrestage am 4. Oktober: Hamburger Synagogenangriff und Start des Raumfahrtzeitalters
HAMBURG – Der 4. Oktober erinnert an zwei sehr unterschiedliche Ereignisse: Vor sechs Jahren erschütterte ein antisemitischer Angriff vor der Synagoge Hohe Weide die Stadt. Vor 69 Jahren begann mit dem Start von Sputnik 1 ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte und das Zeitalter der Raumfahrt.
Vor sechs Jahren: Angriff vor der Synagoge Hohe Weide
Am 4. Oktober 2020 wurde ein 26-jähriger jüdischer Student vor der Synagoge Hohe Weide in Hamburg-Eimsbüttel angegriffen. Der Mann trug eine Kippa und wollte an einer Feier zum jüdischen Laubhüttenfest teilnehmen, als ihn ein Täter mit einem Spaten am Kopf traf. Das Opfer erlitt dabei eine lebensgefährliche Verletzung.
Polizei und Generalstaatsanwaltschaft werteten die Tat zunächst als versuchten Mord mit mutmaßlich antisemitischem Hintergrund. Das Hamburger Landgericht sah später einen gezielten Angriff auf einen Juden, stufte den Täter wegen einer schweren psychischen Erkrankung jedoch als schuldunfähig ein. Seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wurde rechtskräftig angeordnet.
Der Angriff löste bundesweit Bestürzung aus. Gleichzeitig rückten Antisemitismus und die Sicherheit jüdischer Einrichtungen erneut stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.
Vor 69 Jahren: Sputnik 1 verändert die Welt
Am 4. Oktober 1957 brachte die Sowjetunion mit Sputnik 1 den ersten künstlichen Satelliten erfolgreich in eine Erdumlaufbahn. Die rund 84 Kilogramm schwere Metallkugel sendete regelmäßig Funksignale, die auch von Funkamateuren auf der Erde empfangen werden konnten.
Der Start bewies, dass eine Rakete in der Lage war, einen Flugkörper bis in den Weltraum zu bringen. Besonders in den Vereinigten Staaten löste der sowjetische Erfolg den sogenannten Sputnikschock aus. In der Folge wurden enorme Mittel in Forschung, Bildung und Raumfahrttechnik investiert.
Das Ereignis verschärfte zugleich den technologischen Wettbewerb zwischen den Supermächten des Kalten Krieges. Sputnik 1 blieb bis Anfang Januar 1958 im Orbit und verglühte anschließend in der Erdatmosphäre. Sein Start gilt bis heute als Beginn der modernen Raumfahrt.
