Politik

Wer plant hier eigentlich: Wieder Verkehr im Hamburger Süden lahmlegen?

Neuenfelde – Zwei wichtige Verkehrsadern gleichzeitig gesperrt: Der Nincoper Deich wird vom 13. bis 21. Juni dichtgemacht, die Waltershofer Straße vom 15. bis 25. Juni 2026 – und das ausgerechnet zeitgleich. Für das Hamburger Alte Land bedeutet das eine enorme zusätzliche Belastung auf Straßen, die ohnehin schon täglich an ihre Grenzen stoßen.

Zwei Hauptrouten für Pendler, Landwirte und Airbus-Verkehr betroffen

Beide Straßen gelten als unverzichtbare Verbindungen für den Airbus-Verkehr sowie für die Zufahrten zu den Autobahnen A1, A7 und A26 im Alten Land und in Moorburg. Schon ohne Sperrungen kämpft die Region mit erheblichem Verkehrsaufkommen und langen Staus. Die Hauptlast des erwarteten Verkehrschaos werden die Francoper Straße sowie die Stadtteile Cranz, Neuenfelde, Francop und Moorburg tragen. Auch die ohnehin stark ausgelastete Route entlang der Hauptdeichlinie auf dem K39 wird zusätzlichen Druck spüren. Anwohner, Landwirte, Zulieferer und Pendler stehen vor einer Belastungsprobe, die nach Ansicht vieler Betroffener vermeidbar gewesen wäre.

SPD Neuenfelde fordert bessere Koordination vom Landesbetrieb LSBG

Scharfe Kritik an der Planung kommt von der SPD Neuenfelde. Ihr Vorsitzender Ermiya Ciger zieht Parallelen zu früheren Planungsfehlern: „Das weckt Erinnerungen an die jüngste Vollsperrung und das katastrophale Konzept des Schienenersatzverkehrs der S-Bahnlinien S3 und S5, welche zeitgleich mit der Qualitätsoffensive der DB InfraGo auf der Strecke Hamburg–Hannover stattfand.“ Die Notwendigkeit der Bauarbeiten stellt Ciger nicht infrage – wohl aber die Koordination: „Man weiß doch seit Jahrzehnten, welche Bedeutung diese beiden Verbindungen haben. Wie kann man dann beide Routen gleichzeitig vollsperren?“ Die SPD fordert den zuständigen Landesbetrieb LSBG auf, künftig realistischere und besser abgestimmte Planungen vorzulegen, damit eine solche Situation nicht erneut eintritt.

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Landesbetrieb weist Verantwortung zurück

Die Pressesprecherin der LSBG hat in einem Telefonat darauf verwiesen, dass die Koordination der Maßnahmen bei der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende liege, der Landesbetrieb sei nur ausführendes Organ von Vorgaben. Die Darstellung des Politikers sei deshalb nicht zutreffend.

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Ein Kommentar

  1. Wahrscheinlich sind es die Baufirmen, die entscheiden, wann sie wo Ihre Bautrupps einsetzen. Nach Ihren eigenen wirtschaftlichen Kriterien, denn sie müssen ja auch so viel Geld wie möglich verdienen.

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