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Wenn die eigene Familie keinen Ausweg mehr weiß: „Der Sohn“ erschüttert Buxtehude

Buxtehude – Wie erkennt man, dass ein junger Mensch innerlich zerbricht? Und was geschieht, wenn selbst die Liebe der Eltern nicht mehr ausreicht, um ihn aufzufangen? Mit dem bewegenden Drama „Der Sohn“ von Florian Zeller kommt am Mittwoch, 4. November 2026, um 20 Uhr ein ebenso emotionales wie gesellschaftlich relevantes Schauspiel auf die Halepaghen-Bühne in Buxtehude. Die TOURERLEBEN Tourproduktion bringt eine Geschichte auf die Bühne, die unter die Haut geht und die psychische Gesundheit junger Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Der 17-jährige Nicolas ist längst nicht mehr der unbeschwerte Junge, der er einmal war. Die Trennung seiner Eltern, der schulische Leistungsdruck und die neue Familie seines Vaters setzen ihm zunehmend zu. Er schwänzt die Schule, reagiert aggressiv und wirkt innerlich zerrissen. Seine Mutter ist mit der Situation überfordert, sein Vater Pierre versucht verzweifelt, einen Zugang zu seinem Sohn zu finden.

Auf eigenen Wunsch zieht Nicolas schließlich zu seinem Vater und dessen neuer Frau. Pierre hofft, dass der Wechsel seinem Sohn neue Stabilität geben und ihm die Lebensfreude zurückbringen kann. Tatsächlich scheint sich die Situation zunächst zu beruhigen. Doch der Schein trügt. Ein Suizidversuch macht deutlich, wie tief die seelischen Verletzungen des Jugendlichen reichen und wie ernst seine Lage tatsächlich ist.

Wenn elterliche Liebe allein nicht mehr ausreicht

Das Drama stellt eine schmerzhafte Frage: Kann die Liebe eines Vaters seinen Sohn retten, wenn professionelle Hilfe dringend notwendig wäre? Pierre fühlt sich verantwortlich, kämpft mit Schuldgefühlen und möchte alles richtig machen. Doch ausgerechnet sein Entschluss, keine professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, stellt die Familie vor eine lebensgefährliche Herausforderung.

„Der Sohn“ erzählt eindringlich von Hilflosigkeit, familiären Konflikten und den oft übersehenen Warnsignalen psychischer Erkrankungen. Dabei geht es nicht um einfache Schuldzuweisungen, sondern um Menschen, die einander lieben und dennoch an ihre Grenzen geraten. Das Stück zeigt, wie schwierig es sein kann, seelische Krisen rechtzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Die Geschichte stammt aus der Feder des französischen Dramatikers Florian Zeller, der mit Werken wie „Der Vater“, „Die Mutter“ und „Der Sohn“ international bekannt wurde. Auch die Verfilmung von „Der Sohn“ aus dem Jahr 2022 mit Hugh Jackman und Laura Dern machte den Stoff einem breiten Publikum zugänglich.

Für die Tourneeproduktion zeichnet Holger Hauer als Regisseur verantwortlich. Zum Ensemble gehören unter anderem Hardy Krüger, Quentin Lopez, Alexa Maria Surholt und Nadine Menz. Die Inszenierung verbindet ein persönliches Familienschicksal mit einer gesellschaftlichen Debatte, die angesichts psychischer Belastungen bei Jugendlichen nichts an Aktualität verloren hat.

Ein Theaterabend, der zum Nachdenken anregt

Mit „Der Sohn“ erwartet das Buxtehuder Publikum kein leichter Theaterabend. Die Inszenierung greift Themen wie Depressionen, Suizidgedanken, Überforderung und familiären Zusammenhalt auf. Zugleich macht sie deutlich, wie wichtig es ist, über psychische Erkrankungen zu sprechen, Warnsignale ernst zu nehmen und Hilfe nicht als Schwäche zu verstehen.

Die Aufführung findet am Mittwoch, 4. November 2026, um 20 Uhr auf der Halepaghen-Bühne, Konopkastraße 5, in Buxtehude statt.

Tickets sind im Servicecenter Kultur & Tourismus im Historischen Rathaus, Breite Straße 2, 21614 Buxtehude, erhältlich. Karten können außerdem telefonisch unter 04161/501-2323 oder online über den Spielplan der Hansestadt Buxtehude erworben werden. Sofern noch Karten verfügbar sind, gibt es diese auch an der Abendkasse.

Weitere Informationen zum Schauspiel, zur Besetzung und zur Tournee gibt es auf der offiziellen Webseite der Produktion.

Redaktion

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