Vier Wochen ohne Regionalzüge zum Hauptbahnhof: Hamburgs Süden droht Gedränge
Gastbeitrag von Verkehrsexperte Frank Wiesner
Harburg – Für Pendler aus dem Hamburger Süden und Niedersachsen werden die Wege in die Innenstadt ab Montag, 26. Oktober, beschwerlicher. Bis einschließlich Sonntag, 22. November 2026, fallen sämtliche Metronom-Verbindungen zwischen Hamburg-Harburg und dem Hamburger Hauptbahnhof aus. Die S-Bahn fährt weiter, muss aber zusätzliche Fahrgäste aufnehmen. Gleichzeitig erschweren Straßenbaustellen das Ausweichen auf das Auto.
Betroffen sind die Metronom-Linien RE3 und RB31 aus Richtung Uelzen und Lüneburg sowie RE4 und RB41 aus Richtung Bremen und Rotenburg. Ihre Züge beginnen und enden während der Bauarbeiten in Harburg. Für die Weiterfahrt über die Elbe stehen die S-Bahn sowie ein eingeschränktes Fernverkehrsangebot zur Verfügung. Wichtig: Für die Fernzüge sind entsprechende Fernverkehrsfahrkarten erforderlich. Einen Ersatzverkehr mit Bussen richtet Metronom nicht ein.
Gerade im Berufsverkehr müssen sich Fahrgäste deshalb auf stärker ausgelastete S-Bahnen und zusätzliche Wartezeiten einstellen. Wer Arbeitsbeginn oder Termine verschieben kann, sollte Fahrten außerhalb der Spitzenzeiten prüfen. Auch Homeoffice kann während der vier Wochen helfen, sofern der Arbeitsplatz dies ermöglicht.
Auch auf den Straßen bleibt es eng
Der Umstieg auf das Auto verspricht keine verlässliche Entlastung. Nach dem Wasserrohrbruch bleibt die Amsinckstraße eingeschränkt nutzbar. Nach der derzeitigen Verkehrsregelung stehen täglich von 6 bis 12 Uhr zwei Fahrstreifen stadteinwärts zur Verfügung. Anschließend wird die Verkehrsführung wieder auf drei Fahrstreifen stadtauswärts umgestellt; die Busspur Richtung Innenstadt bleibt geöffnet. Auch während der Umbauphasen können Behinderungen entstehen.
Für Fahrgäste aus dem Raum Neugraben kann die Buslinie 250 eine Alternative sein. Sie verbindet den Fischbeker Heideweg über den Bahnhof Neugraben und Waltershof mit dem Bahnhof Altona. Ob die Verbindung zum jeweiligen Ziel passt, sollte vorab anhand des aktuellen Fahrplans geprüft werden. Auch diese Busse sind von der Verkehrslage auf den Straßen abhängig.
Für Teile Wilhelmsburgs kommen außerdem Wege über den Alten Elbtunnel oder mit der Hafenfähre infrage. Die Buslinie 156 fährt nach Steinwerder zum Alten Elbtunnel, durch den Fußgänger und Radfahrer die Landungsbrücken erreichen können. Die Fährlinie 73 verbindet die Ernst-August-Schleuse mit den Landungsbrücken. Entscheidend sind dabei die jeweiligen Betriebszeiten und Anschlüsse.
Weitere Sperrungen erschweren Ausweichwege
Ein Umweg über Nettelnburg mit anschließendem Umstieg in die S-Bahn ist zunächst ebenfalls eingeschränkt. Noch bis Sonntag, 1. November, Betriebsschluss, fahren zwischen Berliner Tor und Bergedorf keine S-Bahnen. Ersatzbusse übernehmen den Verkehr. Eine zusätzliche Verbindung besteht mit dem RE1 zwischen Bergedorf und Hamburg Hauptbahnhof: Er fährt montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten halbstündlich, ansonsten stündlich.
Auch die U3 steht nicht überall als Ausweichmöglichkeit bereit. Zwischen St. Pauli und Rathaus ist sie bis Donnerstag, 29. Oktober, Betriebsschluss, unterbrochen. Vom 2. bis 27. November folgt die Sperrung zwischen Berliner Tor und Barmbek jeweils montags bis freitags. Diese beginnt montags mit Betriebsbeginn und endet jeweils in der Nacht zu Samstag gegen 1 Uhr. An den Wochenenden fährt die U3 dort regulär; unter der Woche stehen die S1 und Ersatzbusse als Alternativen zur Verfügung.
Für die kommenden Wochen lohnt sich deshalb vor jeder Fahrt ein Blick in die aktuelle Verbindungsauskunft. Besonders bei wichtigen Terminen sollte zusätzliche Zeit eingeplant werden. Wer eine Elbquerung zeitlich verschieben oder Wege bündeln kann, dürfte sich manchen vollen Zug und längere Wartezeiten ersparen.
