Kultur

SuedLese-Streit eskaliert: Heiko Langanke beklagt Spaltung und Angriff auf die Kultur

Harburg – Die Debatte um die SuedLese 2026 hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. In einem persönlichen Statement rechnet Heiko Langanke mit den Vorgängen rund um die Literaturtage im Hamburger Süden ab und beklagt eine Entwicklung, die aus seiner Sicht den offenen Diskurs beschädigt und das kulturelle Miteinander gefährdet.

Langanke, der sich nach eigenen Worten seit mehr als 20 Jahren persönlich und finanziell für die Kulturszene im Bezirk engagiert und die SuedLese seit mehr als zehn Jahren begleitet, sieht die Grundidee des Formats in Gefahr. Die Literaturtage hätten sich in dieser Zeit zu einer festen Dachmarke der literarischen Szene im Hamburger Süden entwickelt. Lesungen, Workshops und Kurse würden von den jeweiligen Veranstaltern und Autoren eigenständig organisiert und unter dem gemeinsamen Namen gebündelt sichtbar gemacht.

Auslöser des aktuellen Konflikts waren massive Vorwürfe im Vorfeld der diesjährigen SuedLese. Diese bezogen sich auf Kommentare in sozialen Netzwerken, die einem beteiligten Autor zugeschrieben wurden und die Langanke in seiner Erklärung selbst als bedenklich und schändlich bezeichnet. Zugleich weist er die Forderung zurück, als presserechtlich Verantwortlicher eine offizielle Ausladung auszusprechen oder ein öffentliches Schuldbekenntnis abzulegen. Zur Begründung führt er an, dass die Struktur der SuedLese gerade nicht auf zentralen Einladungen oder einer inhaltlichen Steuerung einzelner Veranstaltungen beruhe.

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Langanke warnt vor Denunziation und fordert Rückkehr zu demokratischem Streit

Besonders deutlich wird Langanke bei seiner Kritik an der Art der Auseinandersetzung. Er beklagt, es habe keinen ernsthaften Versuch eines direkten Dialogs gegeben. Stattdessen seien nach seiner Darstellung gezielt Autoren und Veranstaltungsorte kontaktiert worden, um Unsicherheit zu erzeugen, Distanzierungen auszulösen und das Netzwerk der SuedLese zu spalten. Diese Form des Vorgehens beschreibt er als Denunziation statt Diskurs.

In seinem Schreiben warnt Langanke davor, Kritik nicht mehr an klaren Kriterien, sondern an moralischen Postulaten auszurichten. Wo unter öffentlichem Druck und mit angedrohten Konsequenzen gearbeitet werde, sei der Boden eines demokratischen Miteinanders verlassen. Scharf fällt dabei auch seine Kritik an Akteuren aus, die sich nach seiner Ansicht auf Weltoffenheit beriefen, zugleich aber mit Methoden arbeiteten, die Ausgrenzung und Verleumdung beförderten.

Zur Einordnung seiner Haltung verweist Langanke auf Dietrich Bonhoeffer. Dessen Gedanken über moralische Verblendung, Gereiztheit und die Schwierigkeit, mit ideologisch verhärteten Positionen in ein sachliches Gespräch zu kommen, seien für ihn in der aktuellen Lage von besonderer Bedeutung. Sein Beharren auf demokratischen Verfahren und der Eigenverantwortung der Veranstaltungsorte dürfe nicht als Feigheit ausgelegt werden, schreibt Langanke.

Am Ende seines Statements zieht er ein grundsätzliches Fazit. Kultur brauche Freiheit, Widerspruch und einen respektvollen Umgang. Er habe sich bewusst dafür entschieden, persönliche Angriffe auszuhalten, statt die Prinzipien der SuedLese aufzugeben. Sein Plädoyer ist eindeutig: Der Streit müsse hart in der Sache, aber anständig in der Form geführt werden. Alles andere schade nicht nur einzelnen Beteiligten, sondern dem kulturellen Leben insgesamt.

Redaktion

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