Streit um Sporthalle in den Reethen: SPD und CDU ringen um den richtigen Weg
Neugraben-Fischbek – Wie soll die geplante Dreifeldsporthalle an der neuen Stadtteilschule in den Fischbeker Reethen künftig genutzt werden? Darüber ist zwischen SPD und CDU in Harburg ein politischer Streit entbrannt. Einig sind sich beide Seiten darin, dass die Sportvereine aus Süderelbe beteiligt werden sollen. Unterschiedlich bewerten sie jedoch, wann und auf welchem Weg dies geschehen soll.
Die CDU hatte in der Bezirksversammlung beantragt, die weitere Planung der Halle behördenübergreifend abzustimmen und die örtlichen Sportvereine frühzeitig einzubeziehen. Gemeinsam mit den Vereinen sollen unter anderem Anforderungen an Ausstattung, Lagerräume, Nutzungsmöglichkeiten und mögliche Zuschauerbereiche geklärt werden. Die Fertigstellung der Halle ist nach derzeitiger Planung für 2030 vorgesehen.
CDU will Vereine möglichst früh an den Tisch holen
CDU-Sportsprecher Lars Frommann begründet den Vorstoß damit, dass eine Sporthalle über Jahrzehnte genutzt werde und spätere Umbauten möglichst vermieden werden sollten. Aus Sicht seiner Fraktion könne die geplante Dreifeldhalle neben dem Schulsport auch für Vereins-, Breiten- und möglicherweise Wettkampfsport eine wichtige Rolle spielen.
Der CDU-Antrag sieht deshalb ausdrücklich vor, die Sportvereine aus Süderelbe in die weiteren Planungen einzubeziehen und zu prüfen, ob zusätzliche Ausstattungsmerkmale für eine breitere Nutzung finanziert werden können. Bereits die Harburger Sportinfrastrukturanalyse hatte Defizite bei verschiedenen Hallentypen festgestellt.
SPD kritisiert Zeitpunkt des CDU-Antrags
Die SPD stellt das Ziel einer Vereinsbeteiligung nicht infrage, kritisiert jedoch das Vorgehen der CDU. Holger Böhm, sportpolitischer Sprecher der SPD-Bezirksfraktion, erklärt, Gespräche zwischen Fachbehörden und Sportvereinen seien bereits vorgesehen. Nach Auffassung der SPD hätte zunächst deren Ergebnis abgewartet und das Thema anschließend im Ausschuss für Bildung und Sport beraten werden sollen.
Böhm warnt davor, bei der Planung wieder stärker auf allgemeine Kennzahlen zu setzen, statt konkrete Bedarfe der Sporttreibenden zu berücksichtigen. Er verweist auf die 2020 vom Bezirksamt erstellte Sportinfrastrukturanalyse. Diese untersuchte den Bestand und zukünftige Bedarfe im Bezirk und bezog unter anderem demografische Entwicklungen und Vereinssport ein. Die Analyse gilt weiterhin als Grundlage für die Weiterentwicklung der Harburger Sportinfrastruktur.
Bereits im Frühjahr 2026 hatte die Bezirksversammlung erneut über eine Aktualisierung dieser Analyse beraten. Sowohl CDU als auch Grüne hatten dabei ausdrücklich eine Beteiligung der Sportvereine in Süderelbe und eine Überprüfung zukünftiger Sportstättenbedarfe gefordert.
Damit liegt der eigentliche Streit weniger beim Ziel als beim Verfahren: CDU und SPD wollen beide die örtlichen Vereine beteiligen. Während die CDU mit ihrem Antrag möglichst früh konkrete Anforderungen an die neue Halle festschreiben lassen will, möchte die SPD zunächst die bereits angekündigten Gespräche und die weitere fachliche Beratung abwarten.
