Schüsse auf Bus in Neugraben: 17-Jähriger im Visier der Mordkommission
Neugraben-Fischbek – Nach den Schüssen auf einen Linienbus am S-Bahnhof Neugraben haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Inzwischen steht ein 17-Jähriger im Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Die Mordkommission hat den Fall übernommen. Am Sonnabendmorgen wurden Wohnungen in Neuenfelde und Bahrenfeld durchsucht, bei einem Einsatz in Neuenfelde waren auch Spezialkräfte beteiligt.
Ausgangspunkt war ein Streit am Freitagabend gegen 20.50 Uhr vor dem S-Bahnhof Neugraben. Nach bisherigen Erkenntnissen gerieten drei männliche Jugendliche mit einer 16-Jährigen aneinander. Die Jugendliche suchte daraufhin Schutz in einem Bus der Linie 251. Kurz nachdem der Bus angefahren war, hörten Zeugen mehrere Schussgeräusche. An den Scheiben des Fahrzeugs wurden anschließend Beschädigungen festgestellt.
Der Bus war zu diesem Zeitpunkt mit insgesamt drei Fahrgästen besetzt, darunter die 16-Jährige. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Der Fahrer setzte seine Fahrt fort und steuerte den S-Bahnhof Neuwiedenthal an. Die drei Jugendlichen flüchteten zunächst in unbekannte Richtung.
Polizei durchsucht drei Wohnungen – Spezialkräfte in Neuenfelde
Unmittelbar nach der Tat leitete die Polizei eine umfangreiche Fahndung ein. Mehrere Funkstreifenwagen, Kräfte der Bundespolizei sowie ein Diensthund waren im Einsatz. Die drei Jugendlichen konnten zunächst jedoch nicht gefunden werden.
Der Kriminaldauerdienst übernahm die ersten Ermittlungen, noch in der Nacht ging der Fall an die Mordkommission. Im Zuge der Ermittlungen verdichteten sich Hinweise auf drei Jugendliche im Alter von 17, 15 und 14 Jahren, die mit dem Vorfall in Verbindung stehen sollen.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnungen in Neuenfelde und Bahrenfeld erlassen. Die Polizei vollstreckte diese am Sonnabendmorgen. Bei einem Objekt in Neuenfelde kamen auch Spezialeinsatzkräfte zum Einsatz.
Im Keller des 17-Jährigen fanden die Beamten eine Schusswaffe samt Munition. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Luftdruckwaffe handelte.
Verdacht auf Schießübungen in den Königswiesen
Gegen den 17-Jährigen wird nun wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Darüber hinaus prüfen die Ermittler einen möglichen Verstoß gegen das Waffengesetz.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen der 17-Jährige und seine beiden Begleiter bereits vor dem Vorfall am Bahnhof Schießübungen mit einer Schusswaffe im Bereich Königswiesen in Neugraben-Fischbek durchgeführt haben.
Ob die bei der Durchsuchung gefundene Luftdruckwaffe tatsächlich bei den Schüssen auf den Linienbus verwendet wurde, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen weiterhin den genauen Ablauf und die Hintergründe der Auseinandersetzung.
Die drei Jugendlichen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Nach Angaben der Polizei lagen keine Haftgründe vor. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft dauern an.
