Millionenförderung für Stade: Open Lab soll junge Menschen für Zukunftstechnik begeistern
Stade – Junge Menschen sollen in Stade künftig Wasserstofftechnologien, Robotik und moderne Fertigungsverfahren nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern selbst ausprobieren können. Für das Projekt Open Lab und Protospace hat Niedersachsens Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, am 2. September 2026 den Förderbescheid an die Projektentwicklung Stade GmbH & Co. KG und die Zukunftsregion Süderelbe übergeben. Das Vorhaben verfügt über ein Gesamtbudget von rund 1,65 Millionen Euro und soll Schule, Forschung und Industrie enger miteinander verbinden.
Das Open Lab und Protospace entsteht im Umfeld des Wasserstoffforschungszentrums H2AM in Stade-Ottenbeck. Dort sind moderne Lern- und Arbeitsbereiche mit 3D-Druckern, Robotersystemen und Werkstattausstattung geplant. Schüler sollen unter fachlicher Anleitung Experimente mit Wasserstoff, Brennstoffzellen und Leichtbaumaterialien durchführen sowie eigene Projekte und Prototypen entwickeln können.
Forschung wird für junge Menschen erlebbar
Ministerin Melanie Walter sieht in dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur regionalen Entwicklung. „Erfolgreiche Regionalentwicklung braucht gut ausgebildete Menschen und starke Netzwerke“, erklärte sie bei der Übergabe. Open Lab und Protospace verbinde schulische Bildung mit Forschung und industrieller Praxis und könne Jugendlichen zugleich berufliche Perspektiven in ihrer Heimatregion aufzeigen.
Auch Thomas Friedrichs, Geschäftsführer der Projektentwicklung Stade GmbH & Co. KG, setzt auf den praktischen Ansatz. Junge Menschen könnten Zukunftstechnologien dort nicht nur kennenlernen, sondern selbst erproben und weiterentwickeln. Projektleiterin Jenne Wendt sieht darin eine direkte Verbindung zwischen Forschung, Bildung und zukünftiger Fachkräftegewinnung.
Der Standort Stade verfügt bereits über ein umfangreiches Innovationsumfeld. Mit dem CFK-Valley sind Forschung, Wissenschaft und Industrie seit Jahren eng miteinander vernetzt. Dazu gehören unter anderem das Fraunhofer IFAM, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Hochschulkooperationen mit der TU Braunschweig, der TU Clausthal und der Leibniz Universität Hannover. Auch Unternehmen wie Airbus und das Composite Technology Center arbeiten in der Region an Leichtbau- und Zukunftstechnologien.
Wasserstoff spielt für Stade eine immer größere Rolle
Mit dem Hanseatic Hydrogen Center for Aviation and Maritime, kurz H2AM, wurde Stade als einer von bundesweit vier Standorten für Wasserstoffinnovationen in der Mobilität ausgewählt. Im Mittelpunkt stehen Speicher-, Distributions- und Antriebssysteme für Luftfahrt und Schifffahrt.
In Stade-Ottenbeck entsteht dafür ein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Labor-, Büro- und Hallenflächen. Open Lab und Protospace soll diese Infrastruktur gezielt um einen Bildungs- und Innovationsbereich ergänzen.
Stades Erster Stadtrat Lars Kolk betont, dass die vorhandenen Kompetenzen aus Forschung, Wissenschaft und Industrie mit dem neuen Projekt auch für junge Menschen nutzbar gemacht werden sollen. Landrat Kai Seefried sieht darin zugleich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die Verbindung zwischen Schulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen stärke nicht nur moderne Bildungsangebote, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts.
Das Regionalmanagement der Zukunftsregion Süderelbe begleitet die Umsetzung. Dr. Olaf Krüger, Leiter des Regionalmanagements und Vorstand der Süderelbe AG, bezeichnet das Vorhaben als Beispiel dafür, wie regionale Stärken gezielt weiterentwickelt und Innovationen dauerhaft in der Region verankert werden können.
Das Projekt läuft über einen Förderzeitraum von drei Jahren. Das Gesamtbudget beträgt rund 1,65 Millionen Euro. Etwa 60 Prozent davon werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung über das Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ finanziert. Die Kofinanzierung übernehmen die Hansestadt Stade und der Landkreis Stade.
