Kriminalitätsbilanz für Harburg: Weniger Taten, aber sinkende Aufklärungsquote
Hamburg-Harburg – Die Zahl der registrierten Straftaten im Bezirk Harburg ist im vergangenen Jahr gesunken, dennoch bleibt die Entwicklung aus Sicht des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll ein Bild mit „Licht und Schatten“. Hintergrund ist eine aktuelle Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage des Politikers.
Demnach wurden im Zeitraum von Januar bis Dezember 2025 insgesamt 15.955 Straftaten im Bezirk registriert. Das sind 975 Fälle weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig sank jedoch auch die Aufklärungsquote. Sie fiel um 1,9 Prozentpunkte auf nur noch 51,3 Prozent. Damit wird statistisch gesehen fast jede zweite Straftat zwischen Gut Moor und Neuenfelde nicht aufgeklärt.
Anders sieht es bei schweren Gewaltverbrechen aus. Alle sieben im Jahr 2025 im Bezirk Harburg verübten Morde konnten aufgeklärt werden. Gleiches gilt für fünf Fälle von Totschlag beziehungsweise Tötung auf Verlangen.
Besonders niedrige Aufklärungsquoten bei Diebstahl und Einbruch
Deutlich schlechter sind die Werte bei Eigentumsdelikten. Besonders selten werden Täter bei Diebstählen ermittelt. Die Aufklärungsquote liegt bei Diebstählen insgesamt bei 25,8 Prozent. Beim Kfz-Diebstahl beträgt sie 14 Prozent, beim Fahrraddiebstahl 5,4 Prozent und beim Taschendiebstahl lediglich 3,9 Prozent.
Auch bei schweren Einbrüchen ist die Quote mit 9,5 Prozent sehr niedrig. Bei Raub beziehungsweise räuberischer Erpressung liegt sie bei 55 Prozent, bei sonstigen Raubdelikten bei 23,4 Prozent. Für Trepoll ist diese Entwicklung problematisch, erklärt der CDU-Politiker:
„Straftaten wirken sich massiv auf die objektive und die subjektive Sicherheit aus. Alleine über 5.000 nicht aufgeklärte Diebstähle machen nicht nur etwas mit den Bestohlenen, sondern unterhöhlen auch das Vertrauen in den Rechtsstaat. Für den Bezirk Harburg ist es aufgrund seiner speziellen Hotspots und seiner Randlage mit fließendem Übergang zum niedersächsischen Umland umso wichtiger, Dieben, Einbrechern und anderen Kriminellen das Handwerk zu legen“
Neun Drogentote und hohe Zahl an Rauschgiftdelikten
Besorgt zeigt sich Trepoll auch über die Zahl der Drogentoten im Bezirk. Im Jahr 2025 starben neun Menschen im Zusammenhang mit Drogenkonsum. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Rauschgiftdelikte mit 343 Fällen auf einem hohen Niveau.
Der CDU-Politiker kritisiert in diesem Zusammenhang auch die bundesweite Cannabislegalisierung. „Die von den rot-grünen Kifferromantikern 2024 gegen massiven Widerspruch aus der Wissenschaft und gegen den entschiedenen Widerstand der Union im Bundestag durchgepeitschte Cannabislegalisierung war und ist der buchstäbliche Schuss in den Ofen. Weder wurde der Konsumentenschutz verbessert, noch wurden der Schwarzmarkthandel unterbunden oder die Ermittlungsbehörden entlastet. Stattdessen wurde ein realitätsfremdes Bürokratiemonster geschaffen, dass zu allem Überfluss Jugendliche und Heranwachsende durch unkontrollierte Weitergabe nur noch größerem Risiko ausgesetzt hat. Ich unterstütze die Bemühungen der Bundes-CDU daher ausdrücklich, diesen Fehler zu korrigieren“, so Trepoll.
Viele junge Tatverdächtige und hohe Einsatzbelastung der Polizei
Ein weiterer Punkt betrifft laut Trepoll die Altersstruktur der Tatverdächtigen. Unter den insgesamt 4.108 im vergangenen Jahr registrierten Tatverdächtigen befinden sich auch 327 Kinder, 379 Jugendliche sowie 288 Heranwachsende.
Gleichzeitig waren die beiden Harburger Polizeikommissariate stark gefordert. Insgesamt wurden die Einsatzkräfte im Jahr 2025 zu fast 22.000 Einsätzen gerufen. Davon entfielen 14.674 Einsätze auf das Polizeikommissariat 46 und 7.222 auf das Polizeikommissariat 47.
Trepoll fordert deshalb eine bessere personelle Ausstattung der Polizei. „An Arbeit mangelt es den Polizistinnen und Polizisten bei uns in Harburg beileibe nicht. Umso ärgerlicher ist, dass an beiden Harburger Polizeikommissariaten seit Jahren dutzende Dienstposten unbesetzt bleiben müssen, weil der rot-grüne Senat zu wenig Mittel bereitstellt. Dieses Sparen am falschen Ende muss endlich ein Ende haben. Das sind wir sowohl den Beamten als auch den Opfern von Straftaten schuldig“, sagt der CDU-Abgeordnete.


