Hamburg Service in Neugraben: Trepoll wirft Senat Irreführung vor
Hamburg-Neugraben – Der Hamburg Service am Neugrabener Markt steht offenbar vor einer deutlichen Verkleinerung seines bisherigen Angebots. Nach Angaben des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll sollen künftig nur noch zwei Mitarbeiter an zwei Wochentagen vor Ort eingesetzt werden. Trepoll kritisiert die Pläne scharf und wirft dem rot-grünen Senat vor, die Öffentlichkeit über das tatsächliche Ausmaß der Einschnitte in die Irre geführt zu haben.
Der Standort wird bislang rege genutzt. Nach den von Trepoll genannten Zahlen wurden dort zwischen Januar und Juli monatlich rund 2.500 Anliegen wie die Beantragung von Ausweisen und Reisepässen oder Wohnsitzummeldungen bearbeitet. Rund 30 Prozent der Kunden kamen demnach ohne Termin. Bisher verfügt der Standort über zwölf Stellen und ist montags bis freitags insgesamt 34 Stunden geöffnet.
Zwei Mitarbeiter an zwei Tagen statt bisherigem Angebot
Nach Angaben Trepolls geht aus einer aktuellen Senatsantwort auf seine parlamentarische Anfrage hervor, dass der Standort künftig mit einem mobilen Angebot betrieben werden soll. Vorgesehen seien zwei Mitarbeiter an zwei Wochentagen. Der CDU-Politiker befürchtet dadurch längere Wartezeiten und einen deutlich schlechteren Bürgerservice in Süderelbe.
„Die Kluft zwischen Worten und Taten könnten beim Senat mit Blick auf den Bürgerservice in Süderelbe kaum größer sein“, kritisiert Trepoll. Nach seiner Rechnung müssten zwei Mitarbeiter pro Werktag jeweils rund 120 Kundenanliegen bewältigen, wenn die bisherige Nachfrage zugrunde gelegt werde.
Die Finanzbehörde hatte Mitte September angekündigt, den Hamburg Service neu aufzustellen. Dabei sollen größere Standorte gestärkt und in anderen Stadtteilen Servicezeiten angepasst beziehungsweise mobile Teams eingesetzt werden. Zugleich erklärte Finanz- und Bezirkssenator Andreas Dressel, dass keine Standorte ersatzlos geschlossen würden und eine hohe Präsenz auch in den Außenbezirken erhalten bleiben solle.
Trepoll sieht Widerspruch zu früheren Aussagen
Trepoll sieht zwischen dieser Ankündigung und den nun bekannt gewordenen Plänen einen deutlichen Widerspruch. Er spricht von Irreführung und einer erheblichen Ausdünnung des Angebots in Neugraben. Der CDU-Abgeordnete fordert, den Hamburg Service in Süderelbe weiterhin bedarfsgerecht auszustatten.
Er verweist dabei auch auf die bisher erreichten Werte des Standorts. Die Wartezeit vor Ort habe zuletzt bei knapp zweieinhalb Minuten gelegen, der Terminvorlauf zwischen rund fünf und neun Tagen. Gerade vor dem Hintergrund des erwarteten Bevölkerungswachstums in Neugraben-Fischbek sei eine Reduzierung des Angebots aus seiner Sicht der falsche Weg.
Trepoll fordert daher, den wohnortnahen Service in Süderelbe nicht zugunsten größerer Standorte zurückzufahren. „Die Menschen in Süderelbe dürfen bei wichtigen Serviceangeboten der öffentlichen Hand nicht stiefmütterlich behandelt werden“, erklärt der CDU-Kreisvorsitzende.
