Bezirk Harburg

Freudentränen im Hospiz: „De Tampentrekker“ schenken Musik und 4.000 Euro

Hamburg-Harburg – Manchmal braucht es nur ein paar vertraute Melodien, um Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Im DRK-Hospiz für Hamburgs Süden sorgten sechs Mitglieder des bekannten Shanty-Chors „De Tampentrekker“ jetzt für einen besonders bewegenden Besuch. Neben einer großzügigen Spende von 4.000 Euro hatten die Sänger auch ihre Instrumente und jede Menge Seemannslieder im Gepäck. Das kleine Konzert direkt in den Gästezimmern und auf den Fluren sorgte für begeisterten Applaus, strahlende Gesichter und sogar Freudentränen.

Die Spendensumme stammt aus einem Benefizkonzert, das der aus der Fernsehsendung „Inas Nacht“ bekannte Chor bereits im März auf Initiative des Lions Club Harburger Berge im Harburger Helmssaal gegeben hatte. Vor knapp 300 begeisterten Zuschauern hatten die insgesamt 35 Sänger damals für den guten Zweck musiziert. Am Dienstag kamen nun sechs Chormitglieder gemeinsam mit Heiko Höfer vom Lions Club Harburger Berge ins Hospiz, um den Erlös persönlich zu übergeben.

Seemannslieder sorgen für Gänsehautmomente

Mit ihren typischen Seemannsmützen, weißen Hemden und blau-weiß gestreiften Westen brachten die Musiker ein Stück Hamburger Hafenatmosphäre in die Einrichtung. Bekannte Lieder wie „An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband“ und „Anker los“ erklangen durch die Gästezimmer und über die Flure. Die Hospizgäste lauschten aufmerksam, klatschten begeistert mit und waren teilweise so gerührt, dass ihnen Tränen in die Augen stiegen.

Auch spontane Musikwünsche wurden gerne erfüllt. Für die erfahrenen Musiker war das kein Problem, schließlich ist ihre musikalische Auswahl beachtlich. „Wir haben mehr als 600 Lieder im Repertoire“, verriet Akkordeonspieler Holger Wallmann. So wurde aus einer offiziellen Spendenübergabe ein ganz persönliches Konzerterlebnis, das den Gästen Freude und wertvolle Augenblicke der Unbeschwertheit schenkte.

Dass den Tampentrekkern das Hospiz besonders am Herzen liegt, hat auch einen persönlichen Hintergrund. Im anschließenden Gespräch mit DRK-Vorstand Harald Halpick, Hospizleiterin Britta True und Hospiz-Geschäftsführer Thorben Goebel-Hansen berichtete Gerrald Boekhoff von der langjährigen Verbundenheit zur Einrichtung. Boekhoff engagiert sich sowohl bei den Tampentrekkern als auch im Lions Club Harburger Berge. Vor einigen Jahren mussten die Chormitglieder selbst im Hospiz von einem geliebten Menschen Abschied nehmen.

Zwei neue Pflegesessel für mehr Geborgenheit

Die Spende von 4.000 Euro soll unmittelbar den Hospizgästen und ihren Angehörigen zugutekommen. Wie Hospizleiterin Britta True erklärte, werden von dem Geld zwei neue Pflegesessel angeschafft. Diese sollen zusätzliche Möglichkeiten für entspannte Ruhephasen schaffen und den Aufenthalt in der Einrichtung angenehmer gestalten.

„Dadurch können wir unseren Gästen und Angehörigen noch mehr Comfort und entspannte Ruhephasen ermöglichen“, erklärte True, die den Musikern auch Einblicke in den Hospizalltag gab. Da das Hospiz auf Spenden angewiesen ist, bedeutet die Unterstützung eine wertvolle Hilfe.

Auch Hospiz-Geschäftsführer Thorben Goebel-Hansen zeigte sich dankbar für die langjährige Verbundenheit. „Dass bereits so viele Jahre eine enge Verbindung mit den Tampentrekkern besteht und wir weiterhin so tatkräftig unterstützt werden, empfinden wir als besonderes Zeichen der Wertschätzung“, betonte er.

Der Besuch machte deutlich, dass Hilfe weit über finanzielle Unterstützung hinausgehen kann. Die 4.000 Euro ermöglichen eine konkrete Verbesserung der Ausstattung. Mindestens ebenso wertvoll waren an diesem Tag jedoch die Musik, die persönlichen Begegnungen und jene besonderen Momente, in denen aus einem Seemannslied plötzlich eine bewegende Erinnerung wurde.

Redaktion

Wir sind nah dran, weil wir hier leben. Auf scharnberg.de erzählen wir, was vor unserer Haustür passiert – klar, verständlich und ohne Schnickschnack. Wir hören zu, fragen nach und lassen nicht locker, wenn etwas unklar bleibt. Unsere Aufgabe ist einfach: informieren, einordnen, erklären. Ohne Gerüchte, ohne Sensationslust – aber mit Herz für die Region und Respekt für die Menschen, über die wir berichten. Wir wollen nicht lauter sein als andere. Wir wollen verlässlich sein. Wenn Sie etwas bewegt, wenn Sie Fragen haben oder Hinweise – schreiben Sie uns. Dafür sind wir da.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"