Deiche, Verkehr und Dorfleben: Was die Menschen in Neuenfelde bewegt
Neuenfelde – Sichere Deiche, verlässliche Ansprechpartner beim Hochwasserschutz und mehr Orte für Begegnungen: Beim ersten Altländer Dialog haben Bürger ihre Anliegen direkt mit Harburgs Bezirksamtsleiter Christian Carstensen besprochen. Die SPD Neuenfelde hatte am 23. Oktober in Bundts Gartenrestaurant eingeladen. Im Mittelpunkt standen Probleme, die den Alltag in den Elbdörfern prägen.
Bei den Kronenwegen auf den Deichen gab es auch positive Rückmeldungen: Nach vorangegangener Kritik liefen die Mäharbeiten auf dem zuständigen Abschnitt des Bezirksamts inzwischen besser, berichteten Teilnehmer nach Angaben der SPD. Kritisch blieben die unterschiedlichen Zuständigkeiten entlang der zweiten Deichlinie. Dort sind neben dem Bezirksamt unter anderem die Finanzbehörde, die Hamburg Port Authority und private Eigentümer verantwortlich.
Hochwasserschutz und unterbrochene Radverbindung
Beim Hochwasserschutz richtete sich der Blick besonders auf das Neuenfelder Schöpfwerk und die Alte Süderelbe. Teilnehmer forderten eine durchgängige Erreichbarkeit der zuständigen Stellen auf Landesebene, damit im Bedarfsfall schnell reagiert werden könne. Sie baten Carstensen, sich dafür einzusetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Verkehrsbelastung am Marschkamper Deich und am Neuenfelder Fährdeich. Neben Verkehrslärm ging es um bessere Radwege und eine mögliche Wiederherstellung der Verbindung über den Nincoper Moorweg. Durch den Bau der A26 wurde der Weg unterbrochen und damit die dortige Radverbindung zwischen Neuenfelde und Neu Wulmstorf gekappt.
Mehr Raum für Jugendliche und Begegnungen
Auch der Wiederaufbau und die Wiederbelebung der Roten Hütte kamen zur Sprache. Das Angebot des DRK wurde vor allem von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer über fehlende Begegnungsmöglichkeiten und den Wunsch nach einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl. Die gemeinsamen Lebenswege deutscher und türkischer Familien gehören längst zur Geschichte Neuenfeldes – im Dorfleben wünschen sich die Teilnehmer dennoch mehr Austausch.
„Der erste Altländer Dialog hat gezeigt, wie vielfältig die Themen sind, die die Menschen in unseren Dörfern beschäftigen. Besonders die Diskussionen rund um die Deiche, den Hochwasserschutz, den Verkehr und das soziale Miteinander haben deutlich gemacht, wie eng diese Fragen mit dem Alltag der Menschen verbunden sind“, sagte der Vorsitzende der SPD Neuenfelde, Ermiya Ciger. Die Veranstaltung soll den Auftakt für weitere Gespräche über die Zukunft der Elbdörfer bilden.
