Politik

Bäderkollaps in Harburg? Kinderbecken dicht – SPD schlägt Alarm

Neugraben-Fischbek – Die ohnehin angespannte Schwimmsituation im Bezirk Harburg sorgt erneut für Kritik. Während das MidSommerLand in Harburg seit 2023 wegen umfangreicher Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten geschlossen ist und die vollständige Wiedereröffnung inzwischen erst für das dritte Quartal 2028 erwartet wird, gibt es nun auch Einschränkungen in der Schwimmhalle Süderelbe. Nach Angaben der SPD-Fraktion Harburg ist dort das Kinderbecken stillgelegt.

Besonders für kleine Kinder hat das Becken große Bedeutung. Es dient der Wassergewöhnung, der ersten Schwimmausbildung bis hin zum Seepferdchen und bietet Familien Möglichkeiten zum Spielen und Planschen. Die SPD sieht die Entwicklung mit Sorge – auch vor dem Hintergrund der stark wachsenden Bevölkerung in Neugraben-Fischbek und des Alters der Schwimmhalle. Das Bad am Neugrabener Markt stammt aus dem Jahr 1975.

SPD fordert Tempo beim neuen Kombibad

Für die Harburger SPD zeigt die aktuelle Situation, dass beim geplanten Kombibad in den Fischbeker Reethen Bewegung in die Planungen kommen muss. SPD und Grüne hatten sich auch in der Bürgerschaftsdrucksache 23/4021 vom 5. Mai 2026 dafür ausgesprochen, die ganzjährig nutzbaren Wasserflächen in Hamburg auszubauen. Genannt wird dabei ausdrücklich auch ein Neubau in Süderelbe in den Fischbeker Reethen.

Bereits im August 2024 hatten der Bezirk Harburg und die Gemeinde Neu Wulmstorf einen Letter of Intent für ein gemeinsames Kombibad unterzeichnet. Der vorgesehene Standort liegt in den Fischbeker Reethen nahe der Landesgrenze. Mit dem Projekt soll langfristig ein Angebot für Freizeit-, Schul- und Sportschwimmen in der Region gesichert werden.

Doch aus Sicht der SPD geht es bei dem Vorhaben nicht schnell genug. „Leider nehmen wir seitens Bäderland eine gewisse Halbherzigkeit wahr, was das gemeinsame Kombibad in Süderelbe betrifft“, kritisiert die Harburger SPD-Fraktionsvorsitzende Natalia Sahling.

Im Juni 2025 befand sich das Vorhaben nach Angaben der SPD noch in einer Vorplanungs- und Prüfphase. Im Mai 2026 hieß es dann von Bäderland, Neu Wulmstorf habe aufgrund der erfolgten Generalsanierung seines Schwimmbades mittelfristig keinen Ersatzbedarf. Der Bezirk Harburg habe seinen Wunsch nach einem Neubau dagegen bekräftigt. Bäderland und die zuständige Fachbehörde zeigten sich offen für eine gemeinsame konkrete Bedarfsprüfung.

Dieser Einschätzung widersprach der Neu Wulmstorfer Bürgermeister Tobias Handtke. Die Gemeinde habe weiterhin großes Interesse an dem gemeinsamen Projekt, betont auch Sahling. Bereits bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung hatte Handtke erklärt, man wolle die Chancen für eine gemeinsame langfristige Lösung nutzen.

„Wir brauchen das Kombibad vorher“

Zusätzlichen Handlungsdruck sieht die SPD durch das Alter der bestehenden Bäder. Das Freibad Neugraben feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag und stammt aus dem Jahr 1951. Auch die Schwimmhalle Süderelbe ist mit Baujahr 1975 inzwischen mehr als 50 Jahre alt.

Für den sportpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Böhm, ist deshalb klar, dass mit einer neuen Lösung nicht gewartet werden darf: „Wir können nicht damit warten, bis die Schwimmhalle Neugraben ein Fass ohne Boden wird. Fakt ist, dass wir das Kombibad vorher brauchen.“

Mit einer Anfrage in der Bezirksversammlung will die SPD nun unter anderem wissen, welche Bereiche der Schwimmhalle aktuell nicht nutzbar sind, wie lange die Einschränkungen dauern sollen, welche Schwimmkurse betroffen sind und in welchem baulichen und energetischen Zustand sich das Bad befindet. Außerdem verlangt die Fraktion Auskunft zum aktuellen Planungsstand des Kombibades und zu den Gesprächen mit Neu Wulmstorf.

Redaktion

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