DAMALS IM SÜDEN

18. Oktober: Tod in Hamburger Haft und die Befreiung der „Landshut“

Hamburg – Ein ehemaliger Oberbefehlshaber stirbt vor einem geplanten Prozess, eine Spezialeinheit beendet eine tagelange Geiselnahme: Der 18. Oktober erinnert an zwei Ereignisse der deutschen Geschichte. Am heutigen Sonntag jähren sich der Tod Walther von Brauchitschs 1948 und die Befreiung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ 1977.

1948: Walther von Brauchitsch stirbt in Hamburg

Am 18. Oktober 1948, vor genau 78 Jahren, starb der ehemalige Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch im Alter von 67 Jahren in Hamburg in britischer Militärhaft. Von 1938 bis 1941 hatte er als Oberbefehlshaber des Heeres zu den ranghöchsten Militärs des nationalsozialistischen Deutschlands gehört. In seine Amtszeit fielen die deutschen Angriffskriege gegen Polen, Frankreich und die Sowjetunion. Das Heer war dabei auch an Kriegsverbrechen und der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik beteiligt.

Brauchitschs Vorbehalte gegen einzelne militärische Entscheidungen Hitlers führten nicht zu einem entschiedenen Bruch mit dem Regime. Im Dezember 1941 wurde er als Oberbefehlshaber entlassen; Hitler übernahm die Führung des Heeres anschließend selbst. Nach Kriegsende geriet Brauchitsch in britische Gefangenschaft und wurde im Zusammenhang mit den Nürnberger Prozessen als Zeuge vernommen. Sein Tod verhinderte den vorgesehenen Prozess vor einem britischen Gericht und damit eine gerichtliche Klärung seiner persönlichen strafrechtlichen Verantwortung.

1977: Die Geiseln der „Landshut“ kommen frei

Am 18. Oktober 1977, vor genau 49 Jahren, befreite die GSG 9 die Geiseln aus der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ auf dem Flughafen von Mogadischu in Somalia. Vier palästinensische Terroristen hatten das Flugzeug fünf Tage zuvor auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt am Main in ihre Gewalt gebracht. Sie wollten unter anderem die Freilassung inhaftierter Mitglieder der Roten Armee Fraktion erzwingen. Während der Entführung wurde Flugkapitän Jürgen Schumann im südjemenitischen Aden ermordet.

In den frühen Morgenstunden stürmten Einsatzkräfte unter dem Kommando von Ulrich Wegener die Maschine und befreiten sämtliche verbliebenen Geiseln. Drei Entführer wurden getötet, eine Terroristin überlebte schwer verletzt. Für die Bundesregierung unter dem aus Hamburg stammenden Bundeskanzler Helmut Schmidt war die Befreiung ein entscheidender Erfolg nach Tagen des Bangens. Der Einsatz gehört bis heute zu den prägenden Ereignissen des „Deutschen Herbstes“, in dem die Bundesrepublik durch Entführungen und Morde terroristischer Gruppen erschüttert wurde.

Redaktion

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