Prävention

Zivilcourage kann Leben verändern: WEISSER RING ruft zum Hinsehen und Handeln auf

Winsen (Luhe) – Beleidigungen im Netz, Bedrohungen im Zug oder körperliche Gewalt auf öffentlichen Plätzen: Immer wieder geraten Menschen in Situationen, in denen sie auf Hilfe angewiesen sind. Zum Tag der Zivilcourage am 19. September 2026 ruft der WEISSE RING im Landkreis Harburg deshalb dazu auf, aufmerksam zu sein und nicht wegzusehen.

„Es ist wichtig, genau hinzusehen und zu handeln, wenn eine Situation bedrohlich wirkt“, sagt Vera Theelen, Außenstellenleiterin des WEISSEN RINGS im Landkreis Harburg. Sie beobachtet eine zunehmend angespannte Stimmung sowohl im Internet als auch im öffentlichen Raum.

Dabei bedeutet Zivilcourage nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Entscheidend sei vielmehr, eine Situation richtig einzuschätzen und überlegt zu handeln. Wer eine Bedrohung beobachtet, sollte aufmerksam bleiben, gegebenenfalls aus sicherer Entfernung handeln und die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen.

Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen

Der WEISSE RING empfiehlt fünf grundlegende Regeln:

  1. Situation genau beobachten und gegebenenfalls aus sicherer Distanz handeln. Sich nicht selbst in Gefahr bringen.
  2. Polizei unter 110 verständigen.
  3. Möglichst früh handeln, bevor sich die Situation weiter zuspitzt.
  4. Andere Passanten gezielt um Mithilfe und Unterstützung bitten.
  5. Sich um das Opfer kümmern.

Gerade die direkte Ansprache anderer Menschen kann in kritischen Situationen entscheidend sein. Statt allgemein nach Hilfe zu rufen, kann es wirkungsvoller sein, einzelne Personen gezielt einzubeziehen und konkrete Aufgaben zu verteilen.

Für Theelen ist Zivilcourage nicht allein eine Frage körperlicher Auseinandersetzungen. Auch im Internet könne entschlossenes, aber besonnenes Handeln notwendig sein. Hass, Beleidigungen und Bedrohungen dürften nicht unwidersprochen bleiben.

„Wenn sich niemand einschaltet, kann das dazu führen, dass sich die Verfasser dadurch bestärkt und legitimiert fühlen“, warnt Theelen. Wichtig sei deshalb, für demokratische Werte einzustehen, dabei aber stets sachlich, konstruktiv und deeskalierend zu bleiben.

Auch im Netz ist Zivilcourage gefragt

Für digitale Zivilcourage empfiehlt der WEISSE RING:

  1. Betroffene mit sachlicher und klarer Gegenrede unterstützen.
  2. Nicht auf lange Diskussionen einlassen, da viele Kommentare die Reichweite problematischer Beiträge erhöhen können.
  3. Problematische Kommentare bei den jeweiligen Plattformen melden.
  4. Strafrechtlich relevante Inhalte anzeigen.
  5. Die eigene Sicherheit mit starken Passwörtern und passenden Privatsphäre-Einstellungen schützen.

Deutschlandweit engagieren sich rund 3.000 ehrenamtliche und professionell ausgebildete Opferhelfer in fast 400 Außenstellen des WEISSEN RINGS. Sie unterstützen nicht nur Opfer von Straftaten, sondern auch Menschen, die als Helfer oder Zeugen von einem Vorfall betroffen sind.

Das Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS ist unter 116 006 kostenfrei erreichbar. Im Landkreis Harburg gibt es Hilfe unter 0151 551 647 33 sowie unter 04181 201 89 20. Per E-Mail ist die Außenstelle unter harburg-kreis@mail.weisser-ring.de erreichbar.

Redaktion

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